Für Ben, Giacomo und Julian aus Köln-Weiß wird ein Traum wahr: Die drei Jugendlichen haben einen Roboter konstruiert, der gefährdete und schwer zugängliche Tunnel erkunden und digital erfassen kann, und treten im Dezember beim Weltfinale der World Robot Olympiad (WRO) 2026 in San Juan, Puerto Rico, in der Kategorie „Robots Meet Culture“ – Roboter treffen Kultur, an.
Die Freude über die Qualifikation war zunächst groß. Doch schnell wurde klar, dass die Reise nach Puerto Rico teuer werden würde. Seit Monaten waren die drei Schüler deshalb auf der Suche nach Sponsoren. „Wir haben ganz viele Leute angeschrieben, eine Crowdfunding-Seite gestartet und einen Garagenflohmarkt gemacht. Das ist zwar viel Aufwand, aber im Endeffekt hat es sich gelohnt“, erzählt Julian.
Weißer Rheinbogen Stiftung gibt 3000 Euro
Die Mühe zahlte sich aus: Transfer e. V., die Bürgerstiftung Köln, die Bürgervereinigung Rodenkirchen und die Weißer Dorfgemeinschaft unterstützten das Team finanziell. Den entscheidenden Beitrag leistete schließlich die Weißer Rheinbogen Stiftung: Mit einer Spende von 3000 Euro half sie, die Finanzierung der Reise zu sichern.
„Wir finden großartig, was die Jungs erfunden und entwickelt haben. Das ist eine vorbildliche Freizeitbeschäftigung. Deshalb soll es nicht am fehlenden Geld scheitern, dass diese Jungs nach Puerto Rico fahren“, sagt Willi Esser, der Stiftungsgründer. Die Initiative fördert seit 15 Jahren soziale und kulturelle Projekte im Kölner Süden. Das Kernmotto lautet „Vor der Haustür helfen“ – die finanzielle Unterstützung bleibt also gezielt im Veedel.
Letzte Vorbereitungen im Jugendhaus in Köln-Weiß
Im Jugendhaus in Weiß laufen unterdessen die letzten Vorbereitungen. Der Roboter wird täglich getestet und optimiert. Auch die Dokumentation, in der Aufbau und Funktionsweise der Konstruktion erklärt werden, ist fertig. Damit im entscheidenden Moment nichts schiefgeht, haben die Jugendlichen sogar einen zweiten Roboter als Ersatz gebaut.
„Der neue Roboter hat eine bessere Hardware und ein Gehäuse, damit die Technik im Tunnel auch eine Pfütze überlebt. Wir nehmen zur Olympiade sowohl den neuen Roboter wie auch den ‚Subterra X‘ mit, mit dem wir das Deutschlandfinale gewonnen haben“, berichtet Ben. Eine besondere Herausforderung wartet bei der Präsentation: Die drei müssen ihre Entwicklung auf Englisch vorstellen.
Präsentation des Tunnelroboters auf Englisch
„Wir haben fünf Minuten Zeit, um den Roboter vorzustellen und zu präsentieren. Alles auf Englisch – das ist die Challenge. Danach hat die Jury noch einmal fünf Minuten, um uns Fragen zu stellen“, erzählt Giacomo. Beim Weltfinale der World Robot Olympiad 2026 in San Juan werden bis zur 600 Teams aus über 100 Ländern erwartet. Für Ben, Giacomo und Julian ist die Teilnahme bereits ein großer Erfolg. Dennoch haben sie sich ein sportliches Ziel gesetzt: Sie wollen im ersten Drittel des Teilnehmerfeldes landen.
„Ich finde, der Spaß steht schon an erster Stelle. Klar, es ist ein Wettbewerb und da geht es auch ums Gewinnen. Aber es ist vor allem eine megaschöne Erfahrung für uns alle drei“, sagt Ben. Die Stiftung wünscht sich, dass die Jugendlichen ihren Weg in diesem Bereich weitergehen. Vielleicht, so Esser, werde eines Tages ein Unternehmen auf ihre Ideen aufmerksam und erkenne deren Potenzial.
Bis dahin gilt: Daumen drücken für das Team aus Köln-Weiß. Mit viel Erfindergeist, großem Einsatz und der Unterstützung aus ihrer Heimat reisen die drei Jugendlichen nach Puerto Rico – und mit der Chance, dort nicht nur um einen guten Platz zu kämpfen, sondern wertvolle Erfahrungen für ihre Zukunft zu sammeln.

