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Wohnboxen in ZollstockVier Little Homes stehen am Kalscheurer Weiher

Die Hütten sollen Wohnungslosen einen Rückzugsort bieten. Wie geeignet ist der abgelegene Standort – und wer kümmert sich um die Bewohner?

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Auf einem Parkplatz in einem Waldgebiet stehen vier bunte Holzhütten.

Am Kalscheurer Weiher stehen seit Kurzem vier Little Homes – kleine Holzhütten für Wohnungslose.

Blau, Grün, Rot und Lila: Zwischen Bäumen und parkenden Autos leuchten seit Kurzem vier bunte Holzhäuschen auf dem Parkplatz am Kalscheurer Weiher. Inzwischen haben die ersten Bewohner ihre „Little Homes“ bezogen. Hinter den freundlich anmutenden Fassaden steckt ein ernstes Thema: Wohnungslosigkeit. Die Wohnboxen sollen Menschen ohne Wohnung einen geschützten Rückzugsort und eine Perspektive bieten.

Hinter dem Projekt steht der 2016 gegründete Verein Little Home. Die etwas mehr als drei Quadratmeter großen Boxen sind mit Bett, Stauraum, kleiner Arbeitsfläche und Campingtoilette ausgestattet. Strom, fließendes Wasser und Heizung gibt es nicht. Finanziert werden die Häuser über Spenden, gedacht sind sie als Übergangslösung. Die neuen Little-Homes-Varianten bieten mit acht Quadratmetern mehr Platz für die Bewohner.

Ein Platz für den Winter – vielleicht auch für länger

Die vier Boxen standen zuvor an einem anderen Standort, an dem es laut Vereinsgründer Sven Lüdecke Probleme mit Vandalismus gegeben habe. „Wir haben die Häuser daher erst einmal am Kalscheurer Weiher abgestellt. Zunächst sollen sie den Winter dort verbringen, möglicherweise auch länger“, sagt er. Der Parkplatz liegt abgelegen in einem beliebten Naherholungsgebiet. Lüdecke hält den Standort dennoch für vertretbar. „Der Standort ist vielleicht nicht ideal, aber er geht. Die nächste Bushaltestelle ist etwa 700 Meter entfernt, die Bewohner haben Fahrräder“, sagt er. Zudem sei es schwierig, geeignete Plätze zu finden. „Wir sind froh über jede Fläche“, sagt Lüdecke. In der Regel stehen die Little Homes auf privaten Grundstücken.

Ohne Wasser und Strom müssen die Bewohner ihren Alltag organisieren. Zum Duschen und Wäschewaschen fahren sie laut Lüdecke in Einrichtungen für Wohnungslose. Dort könnten sie auch die Toiletten nutzen und ihre Chemietoiletten entsorgen. Vereinsmitarbeiter kontrollierten die Standorte und sprächen Bewohner an, wenn sie aufräumen müssten. Bei anhaltenden Problemen könnten die Häuser umgesetzt werden.

Stadt Köln duldet die Wohnboxen

Die Stadt wusste nach eigenen Angaben zunächst nichts von den Häusern. „Grundsätzlich stellt das Aufstellen dieser Häuser auf öffentlichem Straßenland eine unerlaubte Sondernutzung dar. Dennoch werden viele dieser Häuser im Stadtgebiet, bei denen es keine oder nur eine geringe Beschwerdelage gibt, von der Stadt faktisch geduldet“, erklärt Stadtsprecher Robert Baumanns. Bei Gefährdungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung könne die Stadt die Entfernung verlangen. Zuletzt sei dies bei Little Homes unter der Zoobrücke in Deutz geschehen, so Baumanns.

Auch die abgelegene Lage wirft die Frage auf, ob sich die Bewohner dort sicher fühlen können. Friederike Bender, Streetworkerin bei der Kölner Oase, hält den Standort nicht grundsätzlich für ungeeignet. „Manche wohnungslose Menschen suchen sich bewusst ruhige und abgelegene Orte zum Übernachten. Hier ist entscheidend, was die Betroffenen selbst wollen“, sagt sie. Die Polizei weiß von von keinen besonderen Vorkommnissen in der Umgebung des Parkplatzes im Kölner Süden, abgesehen von gelegentlichen Autoaufbrüchen.

Dach über dem Kopf reicht nicht

Ein Dach über dem Kopf allein reicht allerdings nicht, betont Bender. „Die Hütten sollten nicht im luftleeren Raum stehen. Feste Ansprechpartner und die Anbindung an soziale Einrichtungen sind wichtig“, sagt sie. Die Oase arbeitet inzwischen allerdings nicht mehr mit Little Home zusammen und betreut die Bewohner am Weiher nicht.

Auch die Stadt kritisiert, dass solche Angebote nicht an bestehende Unterstützungs- und Leistungssysteme angebunden seien. Das könne etwa bei Erkrankungen zum Problem werden. Lüdecke erklärt dagegen, der Verein kümmere sich um die Bewohner und suche die Standorte regelmäßig auf, wenn auch in unregelmäßigen Abständen. Nach Angaben des Vereins wurden bundesweit rund 400 Wohnboxen gebaut. Knapp 300 Menschen hätten mithilfe der Häuser den Schritt in eine andere Wohnform, eine Therapie oder betreutes Wohnen geschafft.