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„Wir brauchen mehr Engagement“OB Burmester fordert mehr Unterstützung des Landes nach Schüssen in Köln

Der Oberbürgermeister bezeichnet die Taten als besorgniserregend und betont, Köln sei sicher.

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21.10.2026, Köln: In Köln sind erneut Schüsse gefallen. In der Breite Straße in der Kölner Innenstadt wurden am Mittwochmorgen (21. Oktober) gegen 3.52 Uhr mehrere Schüsse auf ein Fachgeschäft für hochwertige Uhren abgegeben. Die Polizei ermittelt. Foto: Arton Krasniqi

In Köln sind in der Nacht zum Mittwoch erneut Schüsse gefallen.

Nach den erneuten Schüssen auf ein Uhrengeschäft in der Kölner Innenstadt hat Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) mehr Unterstützung von der Landesregierung und NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) gefordert. Die Taten seien „besorgniserregende Straftaten der Organisierten Kriminalität, die seitens der Polizei konsequent verfolgt und aufgeklärt werden müssen“, teilte Burmester auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Zugleich betonte der OB: „Deutschland ist ein sicheres Land und Köln ist eine sichere Stadt.“ Die Kölner Polizei mache einen guten Job. Als Beispiel nannte Burmester die Festnahme von zwei Verdächtigen nach den Schüssen auf das Uhrengeschäft an der Breite Straße. „Wir brauchen aber auch mehr Engagement und Unterstützung seitens der Landesregierung und des Innenministers Herbert Reul.“

25.09.2026, Köln:
Torsten Burmester Oberbürgermeister der Stadt Köln spricht während der Pressekonferenz.
Die Stadt Köln legt ihre Ergebnisse zur Prüfung der sogenannten „Coesfelder Liste“ vor.
Foto: Thomas Banneyer

Torsten Burmester Oberbürgermeister der Stadt Köln, fordert mehr Unterstützung von Herbert Reul.

Am Mittwochmorgen waren erneut mehrere Schüsse auf das Fachgeschäft für hochwertige Uhren abgegeben worden. Bereits im August war das Geschäft innerhalb weniger Tage zweimal Ziel von Schüssen. Nach Angaben der Polizei wurden am Mittwoch zwei Tatverdächtige im Alter von 18 und 42 Jahren festgenommen; bei dem 42-Jährigen stellten die Beamten eine Schusswaffe sicher. Nach einem dritten Verdächtigen wird gefahndet. Die beiden Festgenommenen sollen am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Bürgerinnen und Bürger, die sich angesichts der wiederholten Vorfälle unsicher fühlten, sagte Burmester: „Köln ist eine sichere Stadt und die Stadt Köln arbeitet Hand in Hand mit der Polizei daran, dass das auch so bleibt, beispielsweise in der Ordnungspartnerschaft Ringe.“ Die Stadt stehe „auf höchster Ebene“ mit der Polizei im Austausch.

Spuren führen zu verschiedenen Milieus

Falls es sich um Schutzgelderpressungen handele, sei es aus seiner Sicht unabdingbar, dass Betroffene Anzeige erstatteten. Die Polizei könne sie anschließend zu geeigneten Schutzmaßnahmen beraten. Außerdem sollten Kölnerinnen und Kölner verdächtige Situationen über den Notruf melden. Auf diesem Weg seien offenbar auch die Festnahmen nach den Schüssen auf das Uhrengeschäft möglich geworden.

Die Schüsse auf der Breite Straße reihen sich in eine Serie von Angriffen auf Geschäfte und Wohnhäuser in Köln und Umgebung ein. Seit Pfingsten ermittelt die Kölner Polizei in mehr als 30 Fällen mit Schüssen, Brandsätzen und Explosionen. Zuletzt waren in der Nacht zum Samstag ein Wohnhaus in Merkenich und ein Restaurant in Rodenkirchen beschossen worden. Am Sonntag wurde zudem ein Wohn- und Geschäftshaus in Brühl getroffen.

Die Hintergründe der Fälle sind unterschiedlich und nicht alle Taten müssen miteinander zusammenhängen. Nach Informationen dieser Redaktion aus Sicherheitskreisen führen Ermittlungen unter anderem in die türkische organisierte Kriminalität, zu den sogenannten Daltons, und in die Rockerszene. Auch private Konflikte könnten in einzelnen Fällen eine Rolle spielen.

Als ein verbindendes Muster mehrerer Taten gilt „Violence as a Service“: Hintermänner lassen gegen Bezahlung andere Personen Schüsse oder Anschläge ausführen. BDK-NRW-Landesvorsitzender Oliver Huth unterscheidet dabei zwischen jungen Schützen, die gezielt für die Daltons tätig seien, und Fällen, in denen Jugendliche oder junge Erwachsene angeworben würden, die weder Auftraggeber noch Opfer kennen. Diese unterschiedliche Gemengelage erschwere die Ermittlungen.