Köln – Städtische Unternehmen wie die Kölner Verkehrs-Betriebe und die Bäder-GmbH gehören den Bürgern - wenn nicht juristisch, so doch ideell. Von diesem Gedanken geleitet, hat der Rat vor vier Jahren beschlossen, mehr Transparenz zu schaffen. Damit sollten die Kontrollmöglichkeiten erweitert werden. Das betrifft auch die Veröffentlichung der Bruttogehälter der Vorstände und Geschäftsführer der kommunalen Firmen. "Die Transparenz der Gehälter sollte zu den Eckpunkten einer modernen Unternehmenskultur gehören", hieß es im Stadtrat.
Die meisten Spitzenmanager hatten es zunächst abgelehnt, freiwillig über ihre Vergütung zu informieren. Eine Verpflichtung dazu besteht tatsächlich nur bei börsennotierten Aktiengesellschaften; von den städtischen Unternehmen ist das einzig der Wohnungskonzern GAG. Die Vertreter der Stadt drängten nach dem Ratsbeschluss deshalb auf ausdrückliche Einverständniserklärungen der betroffenen Führungskräfte; das erfolgte immer dann, wenn ein neuer Anstellungsvertrag mit einem Vorstand geschlossen wurde.
Mittlerweile veröffentlichen nahezu alle großen kommunalen Unternehmen die Bezüge ihrer Spitzenmanager und des Aufsichtsrats im Geschäftsbericht. Ein Ausnahme macht das Telekommunikationsunternehmen Netcologne. Die Vorstandsbezüge würden erst vom nächsten Jahr an aufgeführt, teilte eine Sprecherin mit. Der Grund für die Verzögerung ist offenbar ein Wechsel in der Geschäftsführung.
Ein Vergleich der Bezüge führt zu bemerkenswerten Erkenntnissen: Oberbürgermeister Jürgen Roters, Chef der Stadtverwaltung mit 17.000 Beschäftigten, steht mit einem Verdienst von rund 180.000 Euro ganz unten in der Gehaltsliste. Selbst die verlustreiche Bäder-GmbH (236 Mitarbeiter) zahlt ihrem Geschäftsführer circa 40.000 Euro mehr. Im Verhältnis zum Umsatz leisten sich die Bäder zugleich den teuersten Aufsichtsrat. 38.000 Euro haben die 14 Mitglieder des Kontrollgremiums insgesamt erhalten. Zum Vergleich: Die Flughafengesellschaft, an der die Stadt Köln mit 31,1 Prozent beteiligt ist, zahlte ihrem Aufsichtsrat 27.000 Euro. Verblüffend auch das: Bei den Kölner Verkehrs-Betrieben erzielte nicht Vorstandsvorsitzender Jürgen Fenske das höchste Gehalt, sondern Arbeitsdirektor Kuno Weber, gelernter Kfz-Mechaniker und ehemaliger Betriebsratsvorsitzender des Unternehmens. Die Erklärung der KVB: Die Höhe der Bezüge richte sich nach der Dauer der Vorstandstätigkeit.
