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Großteils nicht klimatisiertHitze belastet Kölner Kliniken und Patienten

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Das Krankenhaus Merheim. Foto: Alexander Schwaiger

Viele Kliniken in Köln sind nicht vollständig klimatisiert. (Symbolbild)

Während OP-Säle klimatisiert sind, wird in vielen anderen Klinikbereichen auf eine Mischung aus Schützen, Kühlen und Trinken gesetzt.

Temperaturen knapp unter 40 Grad bringen viele der Kölner Krankenhäuser an ihre Grenzen. Betroffene berichten von brütend warmen Zimmern. Eine Abfrage zeigt, dass die Kliniken sehr unterschiedlich für die hohen Temperaturen gerüstet sind.

Das Evangelische Krankenhaus Köln-Kalk ist nach eigenen Angaben zu 80 Prozent klimatisiert. Patientenzimmer seien zu 100 Prozent mit Klimaanlagen ausgestattet. Im OP und auf der Intensivstation ließen sich die Fenster aus Gründen der Klimaführung nicht öffnen.

Patientenzimmer der Kölner Kliniken nicht klimatisiert

Deutlich schlechter ausgestattet sind die Kliniken der Stadt Köln. Dort seien vor allem Operationsbereiche, Intensivstationen, technische Funktionsbereiche und Räume mit besonderen medizinischen oder technischen Anforderungen klimatisiert, sagt ein Sprecher. Patientenzimmer, Stationsflure, Aufenthaltsbereiche und Verwaltungsräume sind es hingegen überwiegend nicht.

Bei länger anhaltenden hohen Außentemperaturen können die Raumtemperaturen dort also deutlich ansteigen. „Viele Gebäude stammen aus Zeiten, in denen eine flächendeckende Klimatisierung von Krankenhäusern weder baulich vorgesehen noch Bestandteil der Krankenhausfinanzierung war“, so der Klinik-Sprecher. Eine vollständige Klimatisierung aller Bereiche werde auch heutzutage nicht finanziert.

Stattdessen setzen die Kliniken Köln auf ein Bündel organisatorischer Maßnahmen, wie intensive Lüftung in der Nacht und kostenfreies Trinkwasser. Auch der Angehörigen- und Mutter-Kind-Bereich des Kinderkrankenhauses Amsterdamer Straße sei nicht klimatisiert. Dort sorge eine raumlufttechnische Anlage mit kontinuierlichem Luftaustausch sowie Sonnenschutz und Sonnenschutzverglasung für Entlastung.

Die drei Cellitinnen-Krankenhäuser Heilig Geist, St. Vinzenz und St. Marien berichten von einer spürbaren Belastung durch die Hitze. Eine vollständige Klimatisierung der gesamten Häuser sei auch hier aus baulichen und wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, heißt es. In allen drei Kliniken seien jedoch zentrale und besonders sensible Bereiche wie Intensivstationen, OPs, Notaufnahmen, Radiologie und Funktionsabteilungen klimatisiert, im St. Marien-Krankenhaus zudem die Medikamentenräume. Dort konnten durch eine gespendete Photovoltaikanlage außerdem fast alle Aufenthaltsräume für Mitarbeitende mit Klimaanlagen nachgerüstet werden.

Vater beschreibt Lage an Kölner Uni-Klinik

Ein Kölner Vater, dessen acht Monate alter Sohn auf der nicht klimatisierten Station 1 der Kinderklinik der Uniklinik liegt, berichtet von schwierigen Zuständen. Abends sei es draußen kühler gewesen als im Zimmer, „da geht kein Lüftchen durch, da nützt kein Lüften“. Viele Eltern brächten eigene Ventilatoren mit, auch Pflegekräfte stellten private Geräte auf. „Man sitzt einfach da, tut nichts – und schwitzt.“ Die Temperaturen setzten vor allem den kranken Kindern zu: „Die Kinder werden bei der Hitze lethargisch oder fangen an zu weinen, weil sie nicht damit umgehen können.“ Sein eigener Sohn sei „extrem quengelig“ gewesen, auch ein Teenager im Nachbarzimmer und dessen Mutter hätten kaum schlafen können.

Besonders groß sei für ihn der Widerspruch, dass die Station direkt über seiner Ebene und die Intensivstation klimatisiert sind – Station 1 aber nicht. Er fordert kurzfristig Ventilatoren von der Klinikleitung, langfristig Klimaanlagen – und finanzielle Unterstützung der Politik: Krankenhäuser dürften nicht wie Wirtschaftsunternehmen behandelt werden, sagt er. „Gesundheitliche Vorsorge ist meiner Meinung nach ein Grundrecht und sollte priorisiert werden.“ (sbo, ken)