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Tag der Pflege„Ach, ich dachte, da geht es nur ums Waschen und Füttern“

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Ein Stand beim Tag der Pflege in Sülz

Adriana, Mahdiye und Leon beim Tag der Pflege in Sülz

Zuhören, motivieren, Lebensfreude ermöglichen: Zum „Tag der Pflege“ zeigen Pflegeschüler der Diakonie Michaelshoven in Köln-Sülz, wie vielfältig ihr Beruf ist. 

Mahdiye lauscht gern den Liebesgeschichten. Wenn die Seniorinnen erzählen, wie sie sich in ihren Mann verliebt haben. Leon präsentiert gern den Inhalt des Kleiderschrankes und fragt dann: „Wenn Sie später mit Ihrer Frau Essen gehen, was würden Sie dann gerne anziehen?“ Adriana kümmert sich einfach gern um andere. „Wir hatten früher keinen Babysitter, meine Mutter hat mich deshalb oft mit zur Arbeit ins Pflegeheim genommen. Da habe ich mich schon als Kind wohl gefühlt.“ Die Pflegeschülerinnen und Pflegeschüler der Diakonie Michaelshoven stehen anlässlich des „Tages der Pflegenden“ vor der Tagespflege Michaelshoven in Sülz an ihren Ständen und präsentieren Passanten, was ihren Job ausmacht. Wer stehenbleibt, um sich zu informieren, ist mitunter überrascht. So wie die Freunde von Jeremy. Die sagen oft: „Ach, ich dachte, da geht es nur ums Waschen und Füttern“, sagt der 23-Jährige. 

Dabei stecke hinter dem Beruf viel mehr. Krankheiten vorbeugen, Alltagsbegleitung, Kommunikation. Für Jeremy ist es am wichtigsten, dass er den Menschen zeigen kann, was sie noch alleine bewältigen können. Auch dann, wenn es dann eben etwas länger dauert. Die Zeit sei zwar knapp, aber möglichst lange Selbständigkeit nütze am Ende schließlich auch dem System. „Wenn die Menschen ihre Fähigkeiten verlieren, kostet das am Ende in der Pflege noch mehr Zeit. “

Ein weiterer Vorteil: „Die Leute sind sehr dankbar, wenn wir sie ermutigen.“ Leon ergänzt: „Da ist einfach sehr viel Fröhlichkeit.“ An Respekt mangle es nach Aussagen der Schüler ohnehin nicht. Viele sagten: Hut ab, was ihr da macht. Das spiegelt sich laut Jeremy aber endlich auch in der Bezahlung wider, die in den letzten Jahren deutlich gestiegen sei. „Die Pflege ist da auf einem sehr guten Stand mittlerweile.“