Keinem der OB-Kandidaten gelingt es im Wahlkampf bislang, die Bürgerinnen und Bürger mitzureißen.
Umfrage vor der Köln-WahlWähler wollen überzeugt werden


Das Kölner Rathaus
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Wahlkampf ist ein Knochenjob. Monatelanger Terminmarathon, Podium folgt auf Bürgerforum folgt auf Wahlstand. Auch gemessen an diesem Aufwand ist das Ergebnis unserer Umfrage für keinen der Anwärter und Anwärterinnen auf das Kölner Oberbürgermeisteramt auch nur annähernd zufriedenstellend. Zwei Wochen vor der Wahl ist es bislang offenbar keinem der 13 Kandidaten gelungen, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt mitzureißen. Eine überzeugende Vision für Köln, die die Massen mobilisiert? Fehlanzeige.
SPD-Kandidat Torsten Burmester scheint sich etwas besser zu schlagen als seine Kollegen. Zu welchem Anteil das einem eigenen starken Wahlkampf zu verdanken ist und zu welchem der unfreiwilligen Beihilfe durch die Mitbewerber – Greitemann hat weiter an seinem Baudezernats-Rucksack zu tragen, Aymaz tut sich schwer, die eigene Anhängerschaft zu überzeugen –, kann unser „Köln-Radar“ nicht beantworten. Aber auch zwei Prozent Umfrage-Vorsprung können sich am Wahltag schnell in Luft auflösen. Sicher ist, Stand jetzt, also nur die Stichwahl – aber bis dahin müssen die Kandidaten es erstmal schaffen.
Für ein Ratsbündnis gibt es keine Garantie
Der Blick auf die Entwicklung der Wählerabsichten für den Stadtrat offenbart kein besseres Bild. Schon jetzt zeichnen sich schwierige Gespräche im Nachgang zur Wahl ab – über Ausrichtung, Prioritäten, Personalien und Kompromisse. Mit viel Glück steht an deren Ende ein handlungsfähiges, nicht allzu zerfasertes Bündnis. Doch auch dafür gibt es keine Garantie.
Klare Mehrheiten und ein Stadtoberhaupt, das über Parteigrenzen hinweg mitreißen kann: Das wären die besten Voraussetzungen, um Kölns Geschicke in den kommenden fünf Jahren erfolgreich zu lenken. Den Kandidaten und Parteien bleiben noch zwei Wochen, um diesem Ziel so nah wie möglich zu kommen, im besten Fall mit klaren Bekenntnissen und ohne Allgemeinplätze. Denn was unsere Umfrage nicht erfasst, sind all die Menschen in dieser Stadt, die sich noch überzeugen lassen wollen. Allen Absichtserklärungen zum Trotz: Entschieden ist erst, wenn das Kreuzchen gemacht ist.