Die vielleicht bedeutendsten Philosophen ihrer Generation, Michel Foucault und Jürgen Habermas, hatten einander wenig zu sagen, und ihr pflichtschuldig absolviertes gemeinsames Abendessen im Pariser 1983er Frühling vollzog sich, so Foucaults Biograf Didier Eribon, in pflichtschuldiger „eisiger Höflichkeit“. Foucault hatte es nicht einmal für nötig befunden, die erste Gastvorlesung des Kollegen am Collège de France – wo der Franzose seit 1970 für das auf ihn kongenial zugeschnittene Lehrfach „Geschichte der Denksysteme“ als Professor wirkte – mit seiner Anwesenheit zu beehren. Beim Abendessen habe man sich, so Eribon weiter, über die eigenen intellektuellen Biografien ausgetauscht und über den Neuen Deutschen Film diskutiert.
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