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Zahlen durchgesickertCaren Miosga äußert sich zu ARD-Gehalt und AfD in neuer Show

Lesezeit 3 Minuten
Die Moderatorin Caren Miosga übernimmt den Talkshow-Sendeplatz von Anne Will. Am 21. Januar soll ihre neue Sendung erstmals laufen. (Archivbild)

Die Moderatorin Caren Miosga übernimmt den Talkshow-Sendeplatz von Anne Will. Am 21. Januar soll ihre neue Sendung erstmals laufen. (Archivbild)

Manche AfD-Politiker seien so „krass rechtsextrem“, dass sie nicht dabei sein werden, erklärt Miosga. Auch zu ihrem Gehalt bezieht sie Stellung. 

Caren Miosga will in ihrer neuen ARD-Talkshow auch mit AfD-Politikern sprechen – anders als zuletzt ihre Vorgängerin Anne Will. „Wir stehen vor Wahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg“, sagte Miosga dem Magazin „Spiegel“ nach Angaben vom Mittwoch. „In allen drei Bundesländern liegt die AfD vorn, also müssen wir sie einladen.“ Das gelte allerdings nicht für jeden und jede aus dieser Partei.

„Nicht wenige von ihnen sind Meister im Errichten von Lügengebäuden“, sagte die 54-Jährige weiter. „Da kommst du als Moderatorin im Überprüfen der Aussagen live nicht hinterher.“ In der AfD gebe es zudem jene, „die so krass rechtsextrem sind, dass sie ebenfalls keine Einladung bekommen werden“.

Caren Miosga über die AfD: „Sie finden ihre Wählerschaft auch ohne uns“

Von dem Argument, dass Auftritte in Talkshows der Partei eine Bühne böten, „die sie größer mache“, hält Miosga unterdessen nichts. „Ich glaube, die brauchen ARD und ZDF nicht. Sie finden ihre Wählerschaft auch ohne uns, über Social Media“, erklärte die Journalistin.

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Miosga moderiert als Nachfolgerin von Anne Will den Sonntagstalk in der ARD. Die erste Ausgabe läuft am 21. Januar. Miosga sagte dem „Spiegel“ dazu, sie wolle keinen Krawall inszenieren: „Wir möchten die Runde nicht so besetzen, dass alle einander die Köpfe einhauen.“ Diese Form der Orchestrierung passe „nach unserem Empfinden nicht in diese ohnehin unruhige Zeit“.

ARD-Talkshow: Caren Miosga möchte Publikum zurück ins Studio holen

Im Gegensatz zu Vorgängerin Anne Will möchte Miosga auch das Publikum zurück ins Studio holen. Ihre Vorgängerin hatte seit der Corona-Pandemie auf Zuschauer im Studio verzichtet. Miosga wird derweil nicht nur die Moderatorin der Sendung sein, sondern die Talkshow auch mit ihrer eigenen Firma produzieren. 

Nach Verhandlungen mit der ARD über ihr Budget bekommt sie dafür 5,8 Millionen, statt der von ihr gewünschten 6,5 Millionen Euro. 580.000 Euro davon erhält Miosga für ihre Funktion als Moderatorin. Das entspricht bei den geplanten 30 Sonntagen im Jahr gut 19.000 Euro pro Folge. Die Zahlen waren von „Business Insider“ veröffentlicht worden. 

Gehalt durchgesickert: 19.000 Euro pro Folge von „Caren Miosga“

„Fernsehen machen kostet nun mal Geld. Die Technik, das Studio, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, all das muss bezahlt werden“, erklärte Miosga jetzt und bemängelte, dass ihr Gehalt überhaupt ein Thema sei.

Während bei Kolleginnen und Kollegen aus der Sport- und Unterhaltungsbranche das Gehalt kaum thematisiert werde, sei es bei „politischen Journalisten und Journalistinnen plötzlich ein Affront“, kritisierte Miosga. Es sei jedoch grundsätzlich „total in Ordnung“, dass ihr Gehalt öffentlich geworden sei. „Wir arbeiten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wir finanzieren uns durch Beiträge, dazu gehört Transparenz.“ (das/dpa)

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