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David Gilmour wird 75Ohne ihn hätten Pink Floyd nie Stadien gefüllt

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David Gilmour

Cambridge – Syd Barrett war das kindliche Genie, Roger Waters der Mann mit der klaren künstlerischen Agenda. Aber es spricht viel dafür, dass der Grund, warum Pink Floyd nahezu synonym für die Rockmusik der 1970er Jahre stehen, auf den Namen David Gilmour hört.

Dabei sprang der Sohn eines Zoologen aus Cambridge zuerst nur als Livemusiker für den zunehmend unzuverlässigen Syd Barrett ein. Barrett, Waters und Gilmour kannten sich schon als Kinder. Mitte der 60er hatte Gilmour, der fließend französisch spricht, zusammen mit Barrett Frankreich und Spanien bereist. Der Versuch, den Kontinent als Straßenmusiker mit Beatles-Liedern zu bezirzen misslang: Die jungen Engländer wurden verhaftet und Gilmour sogar wegen Unterernährung in ein Krankenhaus eingeliefert.

Als Gilmour zwei Jahre später auf Barrett traf, hatte der als Kopf (und Namensgeber) von Pink Floyd ein gefeiertes Debütalbum in den Abbey Road Studios aufgenommen, während die Beatles nebenan „Sgt. Pepper“ einspielten. Und war bereits im LSD-induzierten „Interstellar Overdrive“: Er erkannte seinen alten Leidensgenossen nicht mehr.

Wenige Monate später lud Schlagzeuger Nick Mason Gilmour ein, Pink Floyd als fünftes Mitglied beizutreten. Damals dachte die Band noch an ein Modell ähnlich dem der Beach Boys: Der hochsensible Songschreiber bleibt zu Hause, die Band verbreitet seine Botschaft auf den Bühnen der Welt.

Stattdessen half Gilmour dem schizophrenen Band-Gründer, zwei erratische, aber faszinierende Soloalben zu veröffentlichen, während er sich mit seinen zurückgelassenen Pink-Floyd-Kollegen in eine Phase wilden Experimentierens stürzte. Aus welcher der Gitarrist wenn schon nicht als Bandleader – das kam erst nach Waters’ Weggang – dann doch als wichtigster musikalischer Ideengeber hervorging.

Bereits zu den psychedelischen Hochzeiten hatte Gilmours unaffektierte und vertrauenswürdige Stimme auch ängstlichere Fans auf die wilden musikalischen Trips der Band gelockt. Was sich auf „Meddle“ (1971) angedeutet hatte, kam auf „Dark Side of the Moon“ (’73) und „Wish You Were Here“ (’75) zur vollen Blüte: Die Visionen der 60er hatten hier eine ernüchterte, nach innen gewandte, zugleich massenkompatible Form gefunden.

Ihr perfekter Ausdruck waren Gilmours Gitarrensoli, die seine Zuhörer wie kilometerhohe Aufzüge in den Orbit heben: Mit der schwarzen Stratocaster in die Stratosphäre. Diesen Samstag feiert David Gilmour seinen 75. Geburtstag.