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DuMont Buchverlag„Der Abend war wirklich krass und ein Riesenerlebnis“

Lesezeit 3 Minuten
17.Oktober 2022: Kim de l'Horizon rasiert sich nach Gewinn des Deutschen Buchpreises 2022 im Frankfurter Römer die Haare ab.

17.Oktober 2022: Kim de l'Horizon rasiert sich nach Gewinn des Deutschen Buchpreises im Frankfurter Römer die Haare ab.

Den Buchpreis für den eigenen Verlag einzuheimsen, ist etwas Besonders. Sabine Cramer spricht über den Glücksfall – und gibt einen Ausblick.

Mit seinem Erstlingswerk war Kim de l’Horizon am Vorabend der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Jahr erfolgreich. Und mit der genderfluiden Person aus der Schweiz jubelte Sabine Cramer, Geschäftsführerin von de l’Horizons Verlag, dem DuMont Buchverlag.

„Der Abend war wirklich krass und ein Riesenerlebnis“, erinnert sich  Cramer in „ekonomy mit K“ , dem Wirtschafts-Podcast des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Danach ließ sie Zehntausende Exemplare nachproduzieren – in der Druckerei, bei der zufällig auch alle anderen Bücher auf der Shortlist im Falle eines Sieges produziert worden wären.

Im Podcast-Gespräch kündigt Cramer ein weiteres Werk von Kim de l’Horizon an. „Kim wird auf jeden Fall weiterschreiben“, sagt die Verlegerin. Anknüpfend an den Erfolg des Bestsellers „Blutbuch“ werde zunächst ein Hörbuch produziert. Und auch danach gehe es weiter. „Wir freuen uns natürlich auf ein neues Buch, aber es gibt noch kein konkretes Datum.“ Es werde aber sicherlich „auch beim zweiten Mal klappen“, dass de l’Horizon über etwas schreibe, dass „Kim sehr am Herzen liegt“.

„Blutbuch“ ist eine Autofiktion einer nicht-binären Persönlichkeit, die ihr Verhältnis zur Familie und zu Genderfragen definiert. Bei der Auszeichnung für den literarisch anspruchsvollen Text war Kim auf die Bühne getreten und hatte sich am Podium die Haare abrasiert, um sich mit den protestierenden Frauen im Iran zu solidarisieren. „Das war eine riesen Überraschung – wie der ganze Abend“, sagt Cramer.

In seinem Programm fokussiert sich der Verlag mit etwa 15 Millionen Euro Umsatz auf literarische Werke. Andere Titel sind etwa „Die Liebe an miesen Tagen“ von Ewald Arenz oder „Kummer aller Art“ von Mariana Leky. „Das Spannendste an meinem Beruf ist, dass ich mich ja ständig fragen muss, wie verändert sich die Gesellschaft? Was wollen die da draußen lesen? Was interessiert die gerade?“, sagt Cramer.


Das komplette Gespräch mit Sabine Cramer können Sie auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify oder Deezer hören. Suchen Sie dort dazu nach „ekonomy mit K“ oder „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Unter anderem finden Sie dort auch Interviews mit Netcologne-Chef Timo von Lepel, den GAG-Vorständinnen Anne Keilholz und Kathrin Möller oder Weingarten-Chefin Theresa Weingarten.

Wenn Sie dem Podcast folgen, verpassen Sie keine der künftigen Ausgaben. Alternativ können Sie das Gespräch auch hier hören.

Eine Übersicht aller Podcasts des Kölner Stadt-Anzeiger gibt es hier: https://www.ksta.de/podcast


Einzelne Werke betreut die 50-Jährige auch als Lektorin – unter anderem den neuesten Zugang im Verlag. Im Herbst wird Axel Hacke – Autor und langjähriger Kolumnist im Magazin der Süddeutschen Zeitung – sein erstes Werk im Kölner Verlag veröffentlichen. „Das Buch ist aber noch nicht abgegeben. Aber das kann nicht mehr lange dauern“, so Cramer.

Kölner Stadt-Anzeiger

ekonomy mit K - der Wirtschafts-Podcast des „Kölner Stadt-Anzeiger“

Im Gespräch spricht die Verlags-Managerin auch über die Herausforderungen der Branche: schrumpfende Käuferzahlen, steigende Produktionskosten und Preissteigerungen im Handel. „Die Händler bitten uns, die Preise zu erhöhen, weil sie auch mit den gestiegenen Energiekosten nicht mehr klarkommen.“

Anmerkung der Redaktion: Der DuMont-Buchverlag und die Kölner Stadt-Anzeiger Medien haben den gleichen Eigentümer, die DuMont Mediengruppe.

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