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Eklat bei TV-Show „Chez Krömer“
Eine „Kacksendung“ mit Ansage

Ein Kommentar von
Kurt Krömer, Berliner Humorist und Schauspieler, ganz in schwarz gekleidet.

Kurt Krömer

Völlig entnervt hat Kurt Krömer seine Sendung mit dem umstrittenen Comedian Faisal Kawusi abgebrochen. Aber warum hat er ihn überhaupt eingeladen? 

Freund oder Feind? Kurt Krömer lädt in seine rbb-Talkshow „Chez Krömer“ Gäste ein, die er entweder mag oder überhaupt nicht ausstehen kann. Bei dem Comedian Faisal Kawusi musste man nicht lange überlegen, zu welcher Kategorie er gehört. „Das wird ja eine richtige Kacksendung!“, kündigte Krömer schon gleich zu Beginn an.

Und er sollte Recht behalten. Der Erkenntnisgewinn dieser Show lag bei Null. Faisal Kawusi ist ein totaler Unsympath, das ist keine neue Nachricht. Bekannter als für seine Comedy ist er für seine rassistischen und sexistischen Entgleisungen.

Dass Kurt Krömer die Sendung entnervt abbrach, war konsequent

Doch anders als Julian Reichelt, der in einer der letzten Sendungen zu Gast war, kann Kawusi Krömer überhaupt nicht die Stirn bieten. Ein Gespräch kam überhaupt nicht zustande, die Sendung war ein einziger Vortrag Krömers über die vermeintliche Blödheit und moralische Verkommenheit seines Gastes.

Kawusi hatte keine Chance. Man war schon kurz davor, ihn zu bemitleiden – und das will bei so einem Typen schon was heißen. Dass Krömer die Sendung schließlich entnervt abbrach, war also konsequent. Noch konsequenter wäre es gewesen, jemanden wie Kawusi gar nicht erst einzuladen. Demontieren muss man schließlich niemanden, der sich regelmäßig selbst demontiert.

Vielleicht sollte sich Alexander Bojcan für seinen Kurt Krömer öfter mal wieder gute Leute als Gäste gönnen. Jens Spahn (CDU), Hans-Christian Strache (Ex-FPÖ), Julian Reichelt und Faisal Kawusi in einer Staffel – wer käme da nicht schlecht drauf?! Aber einfach nur stumpf drauf hauen – das bringt niemanden weiter. Und das weiß Kurt Krömer auch: Bevor er das Studio verließ, sagte er, dass er das Konzept der Show nochmal überdenken will.

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