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Glückskind mit FarbeWarum diese Kölner Kinderoper auch Älteren Spaß macht

3 min
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Der König (Julian Schulzki) und das Glückskind (Arnheidur Eiriksdóttir) 

  1. Dorothea Hartmanns und Stefan Johannes Hankes Stück „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren”, das jetzt in der Kölner Kinderoper Premiere feierte, folgt einem Märchen der Brüder Grimm.
  2. Liebevolle Details und lustige Einfälle in der Inszenierung von Brigitta Gillessen machen auch älteren Kindern und Erwachsenen Spaß.
  3. Unsere Kritik.

Köln – Schwarze Raben künden vom Unglück, das über das verdüsterte Königreich hereingebrochen ist: Der Brunnen ist versiegt, der Baum trägt keine Früchte mehr, und der traurige Fährmann wurde von seiner Geliebten getrennt. Warum das so ist, weiß keiner. Die drei Rätsel müssen also gelöst werden. Und da kann nur eines helfen: das Glückskind! Das spaziert auch prompt munter auf die Bühne, bringt erstmalig Farbe ins trübe Grau und lebhaften Schwung in die Musik. Das wirkt so ansteckend, dass selbst der erzählende und kommentierende antike Chor der Raben zu tanzen beginnt.

Szene, Aktion und Musik ziehen sofort in Bann. Stefan Johannes Hankes Kinderoper „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ folgt der Handlung des gleichnamigen Märchens der Gebrüder Grimm. Das Libretto von Dorothea Hartmann würzt die Vorlage behutsam mit saloppen Redensarten. Es gibt Dramatik, Lyrik, Komik, Slapstick. Die Vokalisten spielen anschaulich und haben auch immer wieder zu sprechen, so dass Kinder ab fünf Jahren gut folgen können. Die in ihrer märchenhaften Klarheit eindeutigen Kostüme von Jens Kilian sowie die liebevollen Details und lustigen Einfälle der Inszenierung von Brigitta Gillessen machen auch älteren Kindern und Erwachsenen Spaß.

Hanke wurde 1984 in Regensburg geborenen und studierte bei Heinz Winbeck in Würzburg und Manfred Trojahn in Düsseldorf. Uraufgeführt wurde seine Kinderoper 2012 durch die Staatsoper Hannover. Die Musik ist gefällig und charakterisiert Personen und Handlung. Zu drei streunenden Räubern schleichen bedrohlich-tölpische Posaunen-Glissandi und geheimnisvolle Schlagzeugklängen durch den Saal 3 des Staatenhauses.

Zum Auftritt des am liebsten sein Geld zählenden Königs ticken trockene Repetitionen wie klingende Münzen. Beim ersten Anblick der schönen Prinzessin schwingt sich die Klarinette zu tändelnd-reizenden Melodien auf. Zusammen tanzen Königstochter und Glückskind einen seligen Walzer. Zuweilen erfolgen die Ereignisse schnell Schlag auf Schlag, so dass man die Musik etwas aus dem Ohr verliert. Dann aber gibt es wieder kleine Arien und Zwischenspiele der neun Instrumentalisten des Gürzenich-Orchesters unter Rainer Mühlbach.

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Guter Geist des Geschehens ist Sopranistin Arnheidur Eiriksdóttir als heiter-trotziger Titelheld in Hosenrolle mit ansteckender Spielfreude und Zuversicht. Mit leuchtender Tenorstimme singt Fährmann Anton Kuzenok melancholische Liebeslieder. Und Julian Schulzki glänzt als vom Gold besessener König mit der kleinen Wahnsinnsarie „Mehr Gold, mehr Gold“, um sich am Ende gegen alle höfische Etikette als kindlich-verspielter Pirat zu outen.

Bei der Premiere der Oper Köln waren die lustigsten Figuren auch die Lieblinge der Kinder: Der rote Teufel (Stefan Hadžić) mit langem Schwanz und schlechten Manieren sowie seine gutmütige Großmutter (Florian Köfler) mit riesiger Haube, Hexenbesen und gewaltigem Kochtopf, in dem Ratte, Augen, Regenwurm und Schnupftuch verschwinden. Eine kurzweilige Stunde für Jung und Alt.