Düsseldorf – Da sage noch mal einer, dass man von Köln nichts lernen könne! Düsseldorf – ausgerechnet! – hat das soeben vorgemacht: Der Stadtrat beschloss am Donnerstag nicht weniger als den Neubau des städtischen Opernhauses, der das bestehende – marode – Ensemble an der Heinrich-Heine-Allee ersetzen soll.
Für einen Neubau wurde ein grob geschätzter Kostenrichtwert in Höhe von mindestens 716 Millionen Euro aufgestellt – ohne Einbeziehung der Kosten für den Baugrund und für den möglichen Erwerb eines alternativen Grundstücks.
Zwei Standorte sind im Gespräch
In Frage kommen nach ausführlicher stadtöffentlicher Debatte zwei Standorte: einer „Am Werhahn“ und ein anderer wiederum an der Heine-Allee. In dieser Causa soll im ersten Quartal 2022 entschieden werden.
Lange hatte in der Landeshauptstadt die Diskussion um die Frage „Sanierung oder Neubau?“ getobt. Dem Kölner kommt das bekannt vor – vor diesem Problem standen die hiesige Politik und Kulturszene vor vielen Jahren ebenfalls.
Die Entscheidung fiel dann, wie man weiß, gegen einen Neubau auf der Deutzer Werft und zugunsten einer Sanierung des Riphahn-Baus am Offenbachplatz. Diese Wahl wird mittlerweile, ohne dass man es offen zugibt, weithin bedauert: Das alte Opernhaus erwies sich als negative Wundertüte und sprichwörtliches Millionengrab.
Das Projekt wirkt überschaubarer
Die Kosten der Sanierung belaufen sich mittlerweile – prospektiv, wohlgemerkt – auf 644 Millionen Euro. Als jene 2012 begann, waren es noch 253 Millionen. Wer die Finanzierungskosten wie die Zinsen für die Baukredite über einen Zeitraum von 40 Jahren und die Kosten für die Ausweichspielstätten hinzuaddiert, kommt auf einen Betrag von mehr als einer Milliarde.
Nun kann es zweifellos auch in Düsseldorf noch böse Überraschungen geben, und die für beide Städte genannten Summen sind angesichts der unterschiedlichen Ausgangslagen ohnehin nicht ohne weiteres vergleichbar.
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Trotzdem: Von heute aus gesehen erscheint das Düsseldorfer Projekt sehr viel überschau- und kalkulierbarer. Und hier kommt der eingangs erwähnte kollektive Lerneffekt ins Spiel: In Düsseldorf wollte man sich – wohl eingedenk auch der zutage liegenden Kölner Probleme – nicht weiter mit einer negativen Wundertüte befassen.
Kurzum, man lernte von der Nachbarmetropole, wie man es nicht machen sollte. Und die Colonia? Sie hat nichts von solchen auswärts eintretenden Lerneffekten, allenfalls den Spott. Aber da muss sie jetzt durch!


