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Meghan rassistisch beleidigtWarum Julie Burchill keine Heldin mehr ist

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Meghan und Harry haben ihre Tochter nach Großmutter Elizabeth II. benannt 

London – Als ich noch jung war, galt Julie Burchill als Heldin. Auch mir. Die Vielschreiberin aus Bristol war die skandalöseste, frevlerischste, mit Sicherheit coolste aller Kolumnistinnen zwischen Pop und Politik.

Ihre Karriere hatte sie mit Rezensionen über Punkbands begonnen. Dabei interessierte sie sich weniger für die Musik selbst, als für deren Anti-Attitüde: Burchills Händchen für provokante bis völlig unmögliche Positionen innerhalb ihrer linken Basis gipfelte früh in ihrer öffentlichen Unterstützung für Margaret Thatchers Falkland-Krieg. 

Jetzt ist Julie Burchill mal wieder nach eigener Aussage gefeuert worden, diesmal vom konservativen „Daily Telegraph“.  Der Kündigungsgrund: Nachdem die Sussex’, Harry und Meghan, den Namen ihrer neugeborenen Tochter („Lilibet Diana“) bekannt gegeben hatten, setzte Burchill folgenden Tweet ab: „Was für eine verpasste Gelegenheit, sie hätten es (sic!) Georgina Floydina nennen sollen.“

Privilegierte Korrektheit

Offensichtlich hatte die Autorin hier eine gute Gelegenheit gewittert, den beiden Ex-Mitgliedern der Königsfamilien einen Schuss vor den politisch korrekten Bug mitzugeben. Denn selbstredend kann man die ausgestellte „Wokeness“ des Paares kritisieren, weil sie die eigene Privilegiertheit bequemerweise ausblendet. Und oft genug schlägt der (neu-)linke Kampf für Gerechtigkeit in Selbstgerechtigkeit um.

Diese Kritik in Form einer bewusst geschmacklosen Sottise zu äußern – den Namen des Opfers von Polizeigewalt zu missbrauchen, dessen Tod die weltweiten Black-Live-Matter-Proteste ausgelöst hat, das neugeborenen Mädchen als „es“ zu bezeichnen – entspricht Burchills Vorgehensweise seit den späten 1970er Jahren.

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Doch die Zeiten haben sich geändert und man muss betonen, zum Glück, denn selbstverständlich war es zu keiner Zeit richtig, Snobismus oder das, was rechte Polemiker „Gutmenschentum“ schimpfen zu bekämpfen, in dem man rassistische Witze über Mordopfer und Babys reißt.

Ja, Julie Burchill war mal eine Heldin. Aber wer allzu lang auf seinem Sockel bleibt, wird unweigerlich zum Bösewicht.