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Popstar, König und DiktatorenTime-Magazin stellt neun Kandidaten für „Person of the Year“-Titel vor

Lesezeit 4 Minuten
Sängerin Taylor Swift bei einem Konzert ihrer „Eras“-Tour. Sie wurde als Kandidatin für den „Person of the Year“-Award vorgestellt.

Sängerin Taylor Swift bei einem Konzert ihrer „Eras“-Tour. Sie wurde als Kandidatin für den „Person of the Year“-Award vorgestellt. (Archivbild)

Das US-Magazin Time zeichnet jährlich die einflussreichsten Personen und Gruppen aus – „im Guten wie im Schlechten.“

Das US-Nachrichtenmagazin „Time“ hat die diesjährige Nominierten-Liste für die Auszeichnung „Person of the Year“ vorgestellt. Wie das US-Medium am Montagabend bekannt gab, umfasst die Shortlist neun Namen und Gruppen aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Zeitgeschehen.

Wie das Magazin mitteilte, soll der Gewinner oder die Gewinnerin des Awards am Mittwoch verkündet werden. In der Auswahl befinden sich allerdings auch Personen, die wohl bei einigen Leserinnen und Lesern für Stirnrunzeln führen könnten.

„Time“-Magazin: Die Nominierten für den „Person of the Year“-Award

Die Redaktion des US-Magazins betont, dass es bei der Wahl um die Personen oder Gruppen geht, die den größten Einfluss auf das Weltgeschehen hatten. So soll der oder die Preisträgerin oder Preisträger ausgezeichnet werden, die Schlagzeilen am meisten geprägt haben – „im Guten wie im Schlechten.“

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Die Liste der Nominierten und die Begründungen des „Time“-Magazins im Überblick.

1. Hollywoods Drehbuchautorinnen und -autoren – Hollywoods Drehbuchautoren und Schauspieler haben das ganze Jahr über gestreikt und die Produktion und Verfilmung neuer und aktueller Serien und Filme unterbrochen. Dies ist ein seltener Beweis für die Macht der Arbeitnehmer und der Unterhaltungsindustrie.

2. Xi Jinping – Der chinesische Präsident Xi Jinping trat 2023 an, wenige Monate nach seiner „beispiellosen“ dritten Amtszeit, und festigte seine Rolle als einer der mächtigsten Führer Chinas.

3. Taylor Swift – Die Grammy-Preisträgerin Taylor Swift hat ein großartiges Jahr hinter sich: Von der Wiederveröffentlichung ihrer Alben mit rekordverdächtigen Zahlen bis zu einem der erfolgreichsten Konzertfilme der Geschichte. Swifts „Eras“-Tour ist außerdem auf dem besten Weg, die umsatzstärkste Welttournee aller Zeiten zu werden.

4. Sam Altmann – Allein in den letzten Wochen hat Sam Altman für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt, weil er seine Position als CEO von OpenAI verließ (und schnell wieder zurückkehrte). Er galt als der führende Kopf des Unternehmens OpenAI, das das bahnbrechende KI-Tool ChatGPT entwickelt hat.

5. Staatsanwälte gegen Donald Trump – Donald Trump ist der erste US-Präsident, gegen den in der Geschichte des Landes Anklage erhoben wurde. Und dies in vier verschiedenen Fällen mit mehr als 90 Anklagen. Staatsanwälte in Florida, Georgia, New York und Washington, D.C., haben Anklage wegen Wahlbeeinflussung, illegaler Aufbewahrung von Geheimdokumenten und Fälschung von Geschäftsunterlagen erhoben.

6. Barbie – Barbie-Fans strömten ins Kino, um den ersten Film mit Margot Robbie in der Hauptrolle zu sehen. Der dritte Spielfilm von Greta Gerwig war der umsatzstärkste Film des Jahres 2023, spielte 1,4 Milliarden Dollar ein und löste in den Geschäften auf der ganzen Welt eine Explosion von rosa Mode, Accessoires und anderen Waren aus.

7. Wladimir Putin – Der russische Präsident Wladimir Putin, der seit 1999 Präsident oder Ministerpräsident Russlands ist, führt auch im zweiten Jahr nach der Invasion in der Ukraine Krieg. Putin sah sich 2023 während der Wagner-Rebellion einer kurzen Bedrohung seiner Macht gegenüber, aber sein Einfluss wurde am Ende nur gestärkt, als sich die Söldnergruppe zurückzog.

8. König Charles III. – Nach jahrzehntelangem Warten auf den Thron nahm König Karl III. im Mai dieses Jahres sein Amt als Oberhaupt des Vereinigten Königreichs und anderer Territorien an. In einem Moment der Veränderung für die Monarchie stand er für die Macht der Tradition. Seine Mutter, Königin Elisabeth II., war 1952 Person des Jahres.

9. Jerome Powell – Jerome Powell ist seit Februar 2018 Vorsitzender der US-Notenbank und hat eine Schlüsselrolle in der Bewältigung der hohen US-Inflation gehabt. 

„Person of the Year“-Award: Titel wird seit 1927 vergeben

In der Vergangenheit wurden unter anderem US-Präsident Joe Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris, Martin Luther King Jr., Bundeskanzlerin Angela Merkel, Papst Franziskus und die Aktivistin Greta Thunberg gewählt. Den Titel 2022 erhielt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, davor ging der Award an Tech-Milliardär Elon Musk.

Den Award des „Time“-Magazins gibt es bereits seit 1927. Bis 1999 wurden jeweils der Mann des Jahres und die Frau des Jahres ausgezeichnet, danach wurde es als die Person des Jahres zusammengefasst. Die meisten Titel holte mit Abstand die Gruppe der US-Präsidenten: 23 ehemalige Staatschefs wurden ausgezeichnet. Danach folgten Präsidenten der Sowjet-Union wie Joseph Stalin oder Mikahil Gorbatschow. Auch vier deutsche Kanzlerinnen und Kanzler erhielten den Preis: Angela Merkel, Willy Brandt, Konrad Adenauer und 1938 auch Adolf Hitler.

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