Köln – Kaum sonst auf der Welt gibt es eine Kirche und Gemeinde, in der ausschließlich neue Musik erklingt. Die von Organist Peter Bares und Pfarrer Friedhelm Mennekes 1989 begründete Kunst-Station Sankt Peter ist ein architektonisch, akustisch, ästhetisch und spirituell wunderbarer Ort.
Katholisches Gemeindeleben berührt sich hier mit Kunstausstellungen, Konzerten, Orgelimprovisationen und dem weithin einzigartigen Festival für neue Orgelmusik „Mixturen“. Als Nachfolger von Bares kam 2007 Dominik Susteck an die Kunst-Station. Nach 14 Jahren wechselt er nun als Leiter des Fachbereichs Kirchenmusik ins Erzbistum Paderborn.
Susteck, 1977 in Bochum geboren, hatte Kirchenmusik, Orgel und Musiktheorie studiert sowie an der Folkwang-Hochschule in Essen Komposition bei Nicolaus A. Huber. An Sankt Peter begleitete er die Liturgie und spielte jeden Monat eine Orgelimprovisation. Keiner kennt wie er die Kölner Spezialorgel für neue Musik mit ihren zahlreichen Zusatzregistern, Glocken, Xylophon, Becken, Metallplatten, Sirene, Holz- und Metallzymbeln sowie MIDI-Anschlüssen. Für die „Mixturen“ lud Susteck renommierte Organisten ein und vergab Aufträge an junge Komponistinnen und Komponisten. Regelmäßig fuhr dann der Deutschlandfunk mit einem Ü-Wagen vor.
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„Eine Musikstadt wie Köln“, sagt Susteck, „ist ein bereichernder, hochgradig sensibler und faszinierender, in spirituelle Dimensionen vordringender Schmelztiegel menschlicher Kreativität.“ Diesen Schmelztiegel hat er selbst maßgeblich bereichert, zudem spielte er 15 CDs zeitgenössischer Orgelmusik ein, mit Werken von Ligeti, Kagel, Rihm und Cage, die zweimal den Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhielten.
Neben Gastspielen im In- und Ausland war Susteck gelegentlich auch an der Orgel im großen Sendesaal des WDR-Funkhauses zu erleben. Nebenbei veröffentlichte er Bücher über die Komponisten Peter Bares und Zsigmond Szathmáry. 2019 übernahm Susteck die Leitung des ARE-Musikverlags, in dem seine Kompositionen erschienen sowie CD-Einspielungen seiner vier großen Orgelzyklen „Zeitfiguren“, „Zeichen“, „Raumgestalten“ und „Orgellabyrinth“. Und zu allem Überfluss schreibt der umtriebige Musiker nun eine Dissertation über die Orgelwerke von Hans-Joachim Hespos. Keine Frage, er wird weiter von sich hören lassen.


