So wird der Jubiläums-„Polizeiruf 110“Ein echtes Geschenk an die Zuschauer

Kommissar Michael Lehmann (Peter Schneider) und Kommissar Henry Koitzsch (Peter Kurth) am Tatort.
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Halle – Vergangenes Jahr feierte der "Tatort" 50 Geburtstag, und es ist kein Zufall, dass nun der "Polizeiruf 110" ebenfalls auf ein halbes Jahrhundert zurückblicken kann. Denn die Krimireihe wurde in der DDR als Antwort auf die westdeutsche Sonntagabend-Filme gestartet.
Die DDR-Bürgerinnen und -Bürger sollten nicht zu den Nachbarn schielen, außerdem gab es ja im Sozialismus nach Meinung der SED keine Kapitalverbrechen, da ging es dann meist eher um kleine Betrügereien.
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„Tatorte“ gibt es viele: klassisch, experimentell, spannend oder doch eher langweilig? In unserer Vorschau erfahren Sie immer bereits ab Samstag, wie der kommende „Tatort“ werden wird.
Direkt im Anschluss an jede Sendung am Sonntagabend folgt dann unsere „Tatort“-Kritik.
Seit der Wiedervereinigung darf auch im "Polizeiruf 110" regelmäßig gemordet werden. Und es gibt nicht wenige, die den vermeintlichen kleinen Bruder des "Tatort" für die bessere Krimi-Reihe halten.
Im Jubiläumsfall "An der Saale hellem Strande" zeigt der "Polizeiruf 110" auf jeden Fall, wie viel Leben und Kreativität noch in ihm steckt. Das hat er vor allem den beiden neuen Ermittlern zu verdanken. Peter Kurth (Henry Koitzsch) und Peter Schneider (Michael Lehmann) machen eine famosen Job. Und sie können sich dabei auf das Drehbuch von Thomas Stuber, der auch Regie führte, und Clemens Meyer verlassen.
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Der Mord liegt in diesem Krimi allerdings schon drei Monate zurück. Ein Mann wurde nachts vor seiner Haustür erstochen, vom Täter fehlt jede Spur. Eine Funkzellenauswertung ist die letzte Hoffnung der Ermittler. Alle, die in der Nähe des Tatorts waren in jener Nacht, werden vorgeladen.
So erzählt dieser Film eine Fülle von Geschichten unterschiedlicher Menschen. Jede für sich ist interessant, jede für sich sagt etwas über Halle, über das Leben in dieser Stadt.
In den Fokus geraten drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der vorbestrafte Maik Gerster (Till Wonka), der desorientierte alte Eisenbahner Günter Born (Hermann Beyer) und das sprunghafte Irrlicht Katrin Sommer (Cordelia Wege). Hat einer von ihnen etwas mit dem Fall zu tun - oder zumindest etwas Wichtiges beobachtet?
Koiztsch und Lehmann mühen sich mit endlosen Befragungen ab, spannende Verfolgungsjagden sucht man hier vergeblich.
Herausgekommen ist ein Krimi, der viel über das Leben erzählt, der mit sicherer Hand inszeniert und mit großartigen Schauspielern besetzt wurde. Was will man mehr? "An der Saale hellem Strande" ist ein echtes Geschenk an die Zuschauerinnen und Zuschauer.


