Houston – Den einsamsten Menschen des Universums nannte man ihn. Wer nachvollziehen will, warum, braucht nur Zirkel und Bleistift.
Ein großer Kreis mit Milliarden von Punkten: die Erde und ihre Bewohner. Ein kleinerer Kreis mit zwei Punkten: der Mond und seine beiden Erstbesucher, Armstrong und Aldrin. Und dahinter ein winziger Kreis mit einem Punkt: die Columbia, das Raumschiff der Apollo-11-Mission und sein Pilot Michael Collins.
Überflog er die erdabgewandte Seite des Mondes, erlosch der Funkverkehr mit Houston, gab es wirklich nur Collins, die fernen Sterne und die Schwärze des Alls.
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„Mir gefällt das Gefühl“, sagte der Astronaut, Herrscher seines eigenen kleinen Reichs. Sogar warmen Kaffee habe er gehabt. David Bowie hatte diese Erfahrung fünf Tage zuvor in „Space Oddity“ besungen: „Hier schwebe ich in meiner Blechdose hoch über dem Mond.“
Was ist der größere Kulturschock? Als erster Mensch außerirdischen Boden zu betreten, oder als erster Mensch wirklich allein zu sein? So wie der Sternenfahrer David Bowman am Ende von Kubricks Weltraumodyssee „2001“.
Michael Collins, der am Mittwoch im Alter von 90 Jahren gestorben ist, hat noch eine andere Erfahrung gemacht, die ihn vom Rest der Menschheit abhob: Als Gründungsdirektor des National Air and Space Museums in Washington hat er dessen bemerkenswertestes Ausstellungsstück, die Columbia-Kapsel, selbst zur Erde zurück gesteuert.



