Oklahoma City – Geht es darum, Wahnsinnsideen pragmatisch umzusetzen, waren die Flaming Lips schon immer Könige ihres Metiers. Wayne Coyne, Sänger und Ideengeber der 1983 in Oklahoma City gegründeten Band, spaziert schon seit Jahren zum Höhepunkt jedes Flaming-Lips-Konzert in einer durchsichtigen Plastikblase über den Köpfen seiner Fans.
Ein visionärer Einfall, wie sich jetzt herausstellt: Am vergangenen Wochenende hat die Band in ihrer Heimatstadt inmitten der Pandemie zwei nicht-virtuelle, aber völlig virensichere Konzerte vor mehreren hundert Zuschauern gegeben. Ganz einfach, in dem sie sie auf eine Plastikblase pro Virengemeinschaft, höchstens aber drei Personen, verteilten.
Hundert solcher Blasen wurden im Gittermuster auf dem Boden des Saales verteilt, die Konzertbesucher hatten eine dreiviertel Stunde Zeit, nacheinander in ihre jeweiligen die Blasen einzusteigen, die zusätzlich mit Ventilatoren, Handtücher und Lautsprechen für hohe Frequenzen ausgestattet waren.
Die Luft reichte für eine gute Stunde Konzert aus. Zusätzlich erhielt jeder Zuschauer eine Karte, mit der er das Sicherheitspersonal auffordern konnte, frische und gekühlte Luft in seine Blase zu pumpen (auf der anderen Seite stand die selbsterklärende Botschaft „I have to pee“).
Auch die Bandmitglieder traten in Einzelblasen auf. Am Ende der Konzerte rollte einfach jede Zuschauergruppe mit seiner ihrer Blase zum Ausgang und stieg auf dem Parkplatz vor der Konzerthalle im gebührenden Abstand aus.
Die Zukunft der Livebranche wird weniger speziell ausfallen, hier ging es darum, ein Zeichen zu setzen. Und vielleicht auch, ein Bild dafür zu schaffen, dass Gemeinschaft selbst dann noch möglich ist, wenn jeder in seiner eigenen Blase lebt.
