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Zum Tod von Victor WillisEr schrieb die größten Schwulenhymnen – und wollte jeden verklagen, der das behauptet

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Victor Willis von den Village People auf der Bühne bei den Streamy Awards 2017 im Beverly Hilton Hotel am 26. September 2017 in Beverly Hills, Kalifornien. Victor Willis, der Frontmann der Disco-Band Village People aus den 1970er Jahren, der in einer Polizeiuniform auf der Bühne stand, ist im Alter von 74 Jahren verstorben, wie seine Frau auf den Social-Media-Kanälen der Band bekannt gab.

Victor Willis, die Stimme der Village People, ist im Alter von 74 Jahren gestorben.

Victor Willis war die Stimme, um die sich die Village People gruppierten. Jetzt ist er mit 74 Jahren gestorben.

„Ich habe geträumt, du hättest auf meinem Album den Gesangspart übernommen und es wurde ein riesiger Erfolg“, eröffnete der französische Disco-Produzent Jacques Morali seinem Background-Sänger Victor Willis nach einer Studio-Session in New York. Das war 1977, die Discomusik war auf dem Höhepunkt ihrer Popularität angekommen. Am Ende des Jahres stieg John Travolta in „Saturday Night Fever“ im weißen Polyester-Anzug zur heterosexuellen Ikone des Genres auf.

Als im Juli davor das Debüt der Village People mit Willis als Vokalist erschien, lagen die Wurzeln der Disco in der schwulen Subkultur noch offen. Das Album verkaufte sich bestens. Nur die phänotypischen Bewohner des Greenwich Village fehlten noch, Morali fand sie per Anzeige: „Macho Types Wanted: Must Dance And Have A Moustache“ (Macho-Typen gesucht: Muss tanzen können und einen Schnurrbart haben). 

Schnauzbart und Tanzerfahrung verpflichtend

Zu Willis’ breitbeinigen Verkehrspolizisten – alternierend trat er als schmucker Marineoffizier auf – gesellten sich ein heißer Polier, ein Ledermann mit Henkelbart, ein G. I., Cowboy und Indianer.

Mit Hits wie „Macho Man“, „Y.M.C.A.“, „In the Navy“ und „Go West“ – allesamt mit dem Broadway-erfahrenen Willis als Co-Autoren – erreichten die Village People die breite Masse, unter anderem in Gestalt eines geltungssüchtigen Baulöwens. Die ignorierte ihre anspielungsreichen Texte und klatschte begeistert mit, immer schön auf der Eins. Nach drei Jahren stieg Willis aus, er hatte mit Drogenproblemen zu kämpfen.

Ohne ihn blieben auch die Hits aus – Disco war durch. 2017 stieg er wieder ein. Als der geltungssüchtige Baulöwe, der es zum Präsidenten gebracht hatte, „Y.M.C.A.“ zu seiner persönlichen Hymne erkor, wechselte Willis nach kurzem Zögern mit Haut und Haaren ins Maga-Lager und drohte, jeden Kommentator zu verklagen, der es wagte, die Schwulenhymne als ebensolche zu bezeichnen.

Am Dienstag starb Victor Willis im Alter von 74 Jahren an einer „kurzen, aber aggressiven“ Krankheit, wie seine Ehefrau mitteilte.