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LesermeinungenGilt jetzt auch bei der FIFA „America First“?

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Bei einem Treffen im Weißen Haus zückt US-Präsident Donald Trump im Gespräch mit Fifa-Boss Gianni Infantino eine Rote Karte. Das Foto stammt aus dem Jahr 2018.

Donald Trump (r.) zückt im Gespräch mit Gianni Infantino eine Rote Karte.

Die Einflussnahme Donald Trumps zugunsten eines US-Kickers bei der Fußball-Weltmeisterschaft löst Empörung aus.

FIFA: „Unerträglich devot“

So unerträglich devot die FIFA in Form ihres Präsidenten Infantino auch gegenüber Trump auftritt, noch schlimmer finde ich, mit welcher Selbstverständlichkeit ein Großteil der amerikanischen Fans und auch der Trainer Pochettino diese Entscheidung kommentierten. Jetzt gilt wohl auch bei den Fußballregeln „America First“. Europa in der Form der UEFA kann das nicht einfach auf sich beruhen lassen, nur weil sich das „Problem“ durch das Ausscheiden der Amerikaner scheinbar erledigt hat.

Es fehlt immer noch die Begründung durch die FIFA, warum diese Rote Karte zur Bewährung ausgesetzt wurde. War es eine Fehlentscheidung, dann muss die Karte gelöscht werden. „Zur Bewährung“ hingegen bedeutet: „Er hat gegen die Regeln verstoßen, aber weil es das erste Mal war, sehen wir von einer Bestrafung ab.“ So ärgerlich und ungerecht die Sperre für ein Spiel auch in manchen Fällen war – sie war für alle gleich ungerecht. Nach den Erfahrungen mit dem VAR sollten wir jetzt nicht auch noch anfangen, im Nachhinein über im Spiel getroffene Entscheidungen zu diskutieren bzw. sie zu revidieren. Heike Thomi Köln

FIFA-Verhalten führt Schiedsrichter-Entscheidungen ad absurdum

Der Internationale Fußballverband FIFA unter Führung von Gianni Infantino ist einfach nur noch erbärmlich. Wenn es auf Drängen eines Präsidenten möglich ist, dass die Rotsperre eines Fußballspielers von Herrn Infantino zurückgenommen wird, werden alle Schiedsrichter-Entscheidungen ad absurdum geführt. Wenn es nicht zu einer Rücknahme dieser selbstherrlichen Entscheidung kommen sollte, müssten alle Verantwortlichen in den Fußball- und Schiedsrichterverbänden den Mut haben, die WM für erledigt zu erklären und ihre Mannschaften nach Hause zu beordern. Günter Schmitz Bergisch Gladbach

Aufhebung der Rotsperre: FIFA hat ihre Unabhängigkeit verloren

Es gibt vieles bei der schönsten Nebensache der Welt, was mich schon lange stört: Spielergehälter und Ablösesummen, für die ein normaler Fan 1000 bis 2000 Jahre arbeiten müsste. Spieler, durchtrainierte Hochleistungssportler, die sich schon nach leichter Berührung wie im Todeskampf über den Rasen wälzen. Spieler, die beim Eckball versuchen, sich einen zwei Zentimeter großen „Vorteil“ zu ergaunern.

Technische Hilfsmittel wie der VAR, die dem Spiel einen großen Teil seiner Emotionalität rauben und zudem einer ihrer wesentlichen Aufgaben – nämlich der Verringerung strittiger Schiedsrichter-Entscheidungen – kaum gerecht werden. Und jetzt nimmt offenbar auch noch der amerikanische Präsident Einfluss auf die FIFA-Entscheidung, ob ein Spieler nach einem Platzverweis gesperrt wird oder nicht.

Die FIFA hat schon lange ihre Unschuld verloren. Seit Jahrzehnten wird sie von Männern mit diktatorisch anmutender Attitüde geführt, die zudem der Korruption verdächtig sind. Aber immerhin haben sie sich diese Führung selbst gewählt. Mit der Entscheidung, die Sperre des Amerikaners Folarin Balogun aufzuheben, hat die FIFA nun auch noch ihre Unabhängigkeit verloren. Der eigentliche Verlierer ist jedoch das ehemals großartigste Spiel der Welt und mithin seine immer noch erstaunlich große Fangemeinde. Hans-Willi Hofenbitzer Siegburg

Rote-Karte-Skandal: Tiefpunkt politischer Einflussnahme

Das, was die FIFA und die USA den Fußballfans, den Mannschaften und dem Personal bei dieser WM zumuten, ist an Frechheit nicht zu überbieten. Die Fans werden mit exorbitanten Eintrittsgebühren, Transferkosten und Cateringpreisen abgezockt, die Mannschaft des Iran wird mit Einreiserestriktionen schikaniert und einem Schiedsrichter aus einem unliebsamen Land wird die Einreise verweigert.

Die Rücknahme der Roten Karte gegen einen US-Fußballer durch die FIFA, nach Einspruch von Donald Trump bei Gianni Infantino, stellt den absoluten Tiefpunkt einer politischen Einflussnahme auf den Sport dar. Als Teil der olympischen Familie wäre die FIFA zu politischer Neutralität verpflichtet, das hat Gianni Infantino mehrfach missachtet. Im Boxsport gibt es vier Weltverbände; vielleicht sollte die UEFA einmal darüber nachdenken, die mafiösen Strukturen der FIFA zu verlassen und als stärkster Verband einen eigenen Weltverband zu gründen.

Dabei müsste der DFB, als stärkster Verband der UEFA sicher im eigenen Haus aufräumen, aktuelles Thema: Ticketsponsoring. Auch die frühere WM hier im Lande war, trotz mehrerer Freisprüche, kein Beispiel an Vorbildhaftigkeit! Ist Fußball zu einem schmutzigen Geschäft verkommen? Wer mit Nein antworten möchte, muss Strukturen verändern. Dietmar Lingohr Köln

Ein Schiedsrichter der Fifa hält eine Rote Karte in der linken Hand.

Die Fifa hob eine Schiedsrichter-Entscheidung für eine Rote Karte auf.

FIFA duldet aktiven Eingriff der Politik in den Sport

Ein riesiger Skandal, der weit über den Fußball hinausgeht! Die Strafe für eine Rote Karte bei der Weltmeisterschaft ist klar: Man darf im nächsten Spiel nicht antreten. Doch Trump schaltete sich ein. Nach einem Gespräch mit FIFA-Präsident Infantino wurde die Sperre des US-Stürmers aufgehoben. Ein deutlicheres Beispiel dafür, dass die Politik dem Sport Vorschriften macht, gibt es nicht. Jetzt bleibt eigentlich nur noch eine Möglichkeit: Alle FIFA-Mitglieder der Fußballverbände weltweit müssen die Absage der WM fordern.

Wenn dies nicht geschieht, wird sich die Politik auch in Zukunft und noch intensiver in den Sport einmischen. Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußballverbands (DFB), richtete im Zusammenhang mit dem Fall Folarin Balogun einen scharfen Appell an den Weltfußballverband: „Hier entsteht der Eindruck, dass die Politik aktiv in den Sport eingreift, und diese Situation muss schnell und überzeugend beseitigt werden. Es geht um die Fairness des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der FIFA.“ Celik Akpinar Köln

FIFA: Mafiöse Strukturen

Ich hätte nie gedacht, dass es erwachsene Menschen gibt, die wider besseres Wissen so tun, als hätte das milliardenschwere Geschäft der „MAFIFA“ irgendetwas mit Sport zu tun. Da muss man die „MAFIFA“ dann wohl wirklich beglückwünschen: Mit ihren Machenschaften so zum Gesprächsthema zu werden, das schafft kein anderer Weltkonzern. Verglichen mit Herrn Infantino sind offenbar selbst Musk, Zuckerberg, Trump und Konsorten kleine Lichter. Dieter Thomashoff Köln

Rote Karte: Vorsicht, Satire!

Angesichts des 250-jährigen Bestehens der USA – der ältesten Demokratie unseres Planeten, die bis zum heutigen Tage vortrefflich funktioniert und somit einen weltweit einzigartigen Leuchtturm darstellt – halte ich die kleine Banalität, die Rücknahme der Roten Karte für einen US-Spieler, für absolut vertretbar. Unter der Führung ihres unermüdlichen Präsidenten Donald J. Trump, der sich tagtäglich aufopfernd für sein Land hergibt, ist diese Entscheidung der FIFA eine schöne und angemessene Geste. Immerhin findet die Fußball-Weltmeisterschaft derzeit in den USA statt. Wir sollten als Weltbürger und Freunde der USA hier ein Auge zudrücken und dem wohlwollend beipflichten. Michael Ayten Trier