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„Euer Auftrag ist klar“Rechtsruck bei neuer AfD-Jugend in NRW – Helferich gibt Linie vor

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Ein Fähnchen der Alternative für Deutschland (AfD) steckt in einer Flasche bei einer Veranstaltung. (Symbolfoto)

Ein Fähnchen der Alternative für Deutschland (AfD) steckt in einer Flasche bei einer Veranstaltung. (Symbolfoto)

Der rechtsextreme AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich wurde umjubelt empfangen und sprach von „millionenfacher Remigration“.

Der 26-jährige Luca Hofrath ist der erste Vorsitzende der neu gegründeten AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“. Hofrath gewann die Abstimmung am Samstag (17. Januar) mit Zweidrittel der Stimmen. Vor dem Veranstaltungshaus im Saalbau in Iserlohn-Letmathe formierte sich Protest.

Luca Hofrath gehört zum völkischen Lager der AfD und ist dem rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich aus Dortmund zugeordnet. Wie Helferich forderte auch Hofrath in der Vergangenheit wiederholt, dass die AfD offen mit Gruppen aus der rechtsextremen Szene zusammenarbeiten soll.

Luca Hofrath neuer Vorsitzender der AfD-Jugend in NRW: „Ideologisch gefestigt“

In seiner Bewerbungsrede macht er klar, wofür er steht: „Es ist richtig, dass wir als Generation Deutschland nun enger an die Mutterpartei gebunden sein werden. Das bedeutet aber keineswegs, dass wir von nun an eine Nebenrolle spielen werden. Ich verspreche euch, die Parteijugend in NRW wird auch unter meiner Führung ideologisch gefestigt bleiben.“

Der 26-Jährige war auch bereits in der alten Jugendorganisation der AfD tätig. Die „Junge Alternative für Deutschland“ (JA) war durch den Bundesverfassungsschutz als „rechtsextremer Verdachtsfall“ eingestuft worden.

Hofrath hat Kontakte in rechtsextreme Kreise. Bei Treffen im „Institut für Staatspolitik“, einem privaten Verein, der Ideologie- und Bildungsarbeit im Sinne der „Neuen Rechten“ leistet, kam er wiederholt auch mit Personen aus der „Identitären Bewegung“ zusammen, die von der AfD eigentlich abgelehnt werden.

Luca Hofrath über rechtsextreme Lager: „Wir sind alle Teil eines Spektrums“

Von der ARD darauf angesprochen sagte Luca Hofrath: „Wir sind alle Teil eines Spektrums, wir sind alle Teil der Mosaik-Rechten. Da gibt es auch Trennlinien. Das heißt, wir kämpfen gemeinsam, aber wir haben dennoch andere Wege, unsere Ziele zu erreichen.“

Das Wahlergebnis beim Gründungstag in Iserlohn war ein deutliches Zeichen gegen den Landesparteichef Martin Vincentz, der in der Vergangenheit versuchte, die AfD in NRW von Extremisten wie Helferich zu distanzieren. Vincentz verließ die Veranstaltung ohne eine Stellungnahme.

AfD-Mann Matthias Helferich spricht in Iserlohn von „millionenfacher Remigration“

Auf dem Podium begrüßt und bejubelt wurde hingegen Matthias Helferich. „Euer Auftrag ist klar: Deutschland als Land der Deutschen zu erhalten und für Millionenfache Remigration einzutreten“, sagte Helferich in Iserlohn, wie ein Beitrag des WDR zeigt. Dieser Kurs sei der einzig richtige.

Auch in den sozialen Netzwerken gratulierte der AfD-Bundestagsabgeordnete seinem Kandidaten Luca Hofrath zu seinem Wahlsieg.

Vor dem Städtischen Saalbau in Iserlohn-Letmathe formierte sich Protest. Etwa 300 Menschen kamen zusammen, um gegen die Veranstaltung der AfD zu demonstrieren. Kritik gab es auch an der Stadt Iserlohn, da das Treffen erst am Vorabend bekanntgegeben worden war.

„Den Ort haben wir versucht so lange wie möglich geheim zu halten, um der radikalen Szene keine Chance zu bieten, sich zu formieren“, so Bürgermeister Michael Joithe gegenüber dem WDR am Samstag vor Ort.

Auch in einer Pressemitteilung verteidigte Joithe das Vorgehen der Stadt. „Natürlich bin ich nicht glücklich, dass die Versammlung hier in der Waldstadt stattfindet, aber es gibt Dinge, die muss eine Demokratie aushalten“,wird er zitiert. Iserlohn stehe für Vielfalt und eine bunte Stadtgesellschaft. „Es ist gut, dass sich eine friedliche Demonstration gegen diese Veranstaltung formiert. Allerdings muss diese friedlich und rechtskonform ablaufen. Es sollte darum gehen, ein Zeichen zu setzen.“