Sie gehört sie zu den beliebtesten Fernsehserien der 1970er Jahre und läuft noch immer im Fernsehen. Was ist aus den Stars geworden?
50 Jahre „Unsere kleine Farm“Was wurde aus Michael Landon, Melissa Gilbert und Co.?

Melissa Sue Anderson, Karen Grassle, Melissa Gilbert, Michael Landon, Lindsay bzw. Sidney Greenbush in der Serie „Unsere kleine Farm“. (Archivbild)
Copyright: IMAGO/Everett Collection
50 Jahre haben diesem beliebten Kultklassiker nichts anhaben können: „Unsere kleine Farm“ startete 1974 in den USA und wurde 1976 erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Die Serie basiert auf den autobiografischen Büchern von Laura Ingalls Wilder, die das Leben einer Siedlerfamilie im 19. Jahrhundert schildern. Über neun Staffeln hinweg erzählte die Produktion Geschichten über Familie, Gemeinschaft und die Herausforderungen auf dem Land.
Die Serie wurde ein weltweiter Erfolg und prägte das Genre des Familienfernsehens nachhaltig. Bis heute erfreut sie sich großer Beliebtheit und wird regelmäßig im Fernsehen wiederholt. Was ist aus den Schauspielerinnen und Schauspielern des Klassikers geworden?
Michael Landon als Charles Ingalls
Bereits durch die Westernserie „Bonanza“ (1959-73) erlangte Michael Landon Weltruhm, bevor er mit der Rolle des warmherzigen Familienvaters Charles Ingalls in „Unsere kleine Farm“ einen weiteren Welterfolg feierte. Hinter den Kulissen galt er als komplexe Persönlichkeit.

Michael war ein Superstar der 1960er, 1970er und 1980er Jahre. (Archivfoto)
Copyright: imago/Cinema Publishers Collection
Während er vor der Kamera das Idealbild eines Vaters verkörperte, verlief sein Privatleben turbulent und war durch einen exzessiven Konsum von Zigaretten und Alkohol gezeichnet. Dieser Lebensstil wird als möglicher Faktor für seine spätere Krebserkrankung angesehen, die im Juli 1991 zu seinem frühen Tod im Alter von 54 Jahren führte.

Eines der letzten Fotos zu Lebzeiten von Michael Landon wurde 1991 mit seiner Familie aufgenommen. Im selben Jahr verstarb der beliebte Schauspieler, Regisseur und Produzent. (Archivbild)
Copyright: imago/ZUMA Press
Ungeachtet seiner persönlichen Probleme pflegte er am Set ein enges Verhältnis zu seinen Schauspielkollegen, allen voran zu Melissa Gilbert, der Darstellerin der Laura Ingalls. Sie betrachtete ihn als eine Art Ersatzvater und verbrachte privat viel Zeit mit ihm und seiner Familie.
Im Anschluss an „Unsere kleine Farm“ gelang Landon mit „Ein Engel auf Erden“ unmittelbar der nächste große Wurf. Die Serie wurde in den USA zwischen 1984 und 1989 ausgestrahlt. Damit war Landon seit 1959 ohne Unterbrechung in drei der populärsten US-Produktionen seiner Ära präsent. Landon war insgesamt dreimal verheiratet und hinterließ bei seinem Ableben im Jahr 1991 neun Kinder.
Karen Grassle als Caroline Ingalls
In ihrer Darstellung der Mutter Ingalls verkörperte Karen Grassle eine ebenso warmherzige wie fürsorgliche Figur. Nach dem Ende der Serie wirkte sie in diversen Theaterinszenierungen und Fernsehfilmen mit, denen es jedoch nicht gelang, die enorme Popularität von „Unsere kleine Farm“ zu erreichen. Eines dieser Filmprojekte, „Battered“, bewegte Grassle dazu, sich gesellschaftlich zu engagieren und eines der ersten Frauenhäuser für Opfer häuslicher Gewalt in den USA ins Leben zu rufen.

Karen Grassle auf dem roten Teppich bei einem Fernsehfestival im Juni 2024. (Archivfoto)
Copyright: IMAGO/Starface
Bemerkenswert ist zudem ihre bislang letzte Filmrolle in dem Alzheimer-Drama „Not to Forget“ aus dem Jahr 2021, das für sie eine Art Comeback markierte. In diesem Werk, in dem Grassle an der Seite von fünf Oscar-Preisträgern zu sehen ist, überzeugte sie auf zahlreichen Festivals und wurde mit insgesamt neun bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Im November desselben Jahres veröffentlichte sie ihre Autobiografie, die bislang nicht in deutscher Sprache erschienen ist. Darin thematisiert sie unter anderem ihr teilweise belastetes Verhältnis zu Michael Landon.
Inzwischen ist Grassle 84 Jahre alt und hat ihren Lebensmittelpunkt in Kalifornien. Nachdem ihre drei Ehen scheiterten, widmet sie sich unter anderem ihrem Sohn. Über ihren mit Sorgfalt geführten Instagram-Kanal steht sie in regelmäßigem Austausch mit ihren Anhängern und gibt nach wie vor bereitwillig Interviews, in denen sie auf ihre Jahre bei „Unsere kleine Farm“ zurückblickt.
Melissa Gilbert als Laura Ingalls

Melissa Gilbert (m), Melissa Sue Anderson (r) und Michael Landon gehörten zur Besetzung von „Unsere kleine Farm“, die ab 1976 auch in Deutschland ausgestrahlt wurde. (Archivbild)
Copyright: imago images/Mary Evans
Melissa Gilbert schaffte mühelos den Sprung vom Kinderstar zum Teenie-Idol und war schon während der Ausstrahlung von „Unsere kleine Farm“ in verschiedenen Fernsehrollen zu sehen. Als Superstar gefeiert, wurde sie neben Jaclyn Smith oder Farrah Fawcett, beide bekannt aus „Drei Engel für Charlie“, zu einer Königin der Fernsehfilme, die zum Teil kontroverse Themen wie Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, Inzest oder Autismus behandelten. Sie spielte auch historische Rollen wie Anne Frank oder Helen Keller. In den letzten Jahren ließ sie es ruhiger angehen und nahm nur noch selten Rollen an, zuletzt 2019.
Gilbert engagierte sich auch politisch und kandidierte 2016 für den US-Kongress, musste aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Die zweifache Mutter lebt in dritter Ehe mit einem weiteren Kollegen, Timothy Busfield („Die besten Jahre“), auf einer Farm.
Das Jahr 2026 ist für Gilbert jedoch privat von schweren rechtlichen Auseinandersetzungen ihres Ehemanns geprägt. Gegen Busfield wurde Anfang 2026 Anklage wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. In einem emotionalen Interview im April 2026 bezeichnete Gilbert die Situation als „Hölle“ und erklärte, dass ihr bisheriges Leben sowie viele gemeinsame Projekte durch die Anschuldigungen zum Stillstand gekommen seien. Sie verteidigte ihren Mann jedoch vehement gegen die Vorwürfe.
Melissa Sue Anderson als Mary Ingalls
Im Gegensatz zu Melissa Gilbert verlief die berufliche Laufbahn ihrer Serienschwester Melissa Sue Anderson (62) weniger glanzvoll. Obwohl sie in mehr als 60 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen war, blieb ihr der große Durchbruch dauerhaft verwehrt. Sie etablierte sich stattdessen als typische Besetzung für Gastauftritte in namhaften Formaten wie „Love Boat“, „Fantasy Island“ oder „Mord ist ihr Hobby“. In den vergangenen zwei Jahrzehnten beschränkte sich ihre schauspielerische Tätigkeit fast ausschließlich auf unbedeutende Minirollen oder Mitwirkungen in Kurzfilmen.

Melissa Sue Anderson, Karen Grassle und Alison Arngrim bei einem Wiedersehen anlässlich eines Fernsehfestivals in Monte Carlo im Juni 2024. (Archivbild)
Copyright: IMAGO/Bestimage
Auch Anderson setzte sich mit ihrer Phase als Kinderstar auseinander und veröffentlichte dazu im Jahr 2010 eine Autobiografie. Seit 1990 ist sie mit dem Drehbuchautor und Produzenten Michael Sloan verheiratet. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder und verlegte seinen Lebensmittelpunkt im Jahr 2002 nach Montréal. Dort nahmen beide im Jahr 2007 die kanadische Staatsbürgerschaft an.
Alison Arngrim als Nellie Oleson
Was wäre „Unsere kleine Farm“ ohne die intrigante Nellie? Alison Arngrim (63) war nach dem Ende der Serie nur noch sporadisch in verschiedenen Rollen zu sehen. Sie kehrte dem Fernsehen zunächst den Rücken, um eine Laufbahn als Model einzuschlagen. Inzwischen hat sie sich als erfolgreiche Stand-up-Comedian, Theaterschauspielerin und Autorin etabliert.
Seit 2001 übernimmt sie zudem wieder gelegentlich kleinere Filmrollen. Arngrim geht offen mit ihrer Vergangenheit als Kinderstar um, hat diese durch Merchandising kommerzialisiert und gibt regelmäßig unterhaltsame Anekdoten aus ihrer Zeit als Nellie preis.
Erst viele Jahre später offenbarte Arngrim, dass sie in ihrer Kindheit Opfer von Inzest geworden war. Aufgrund dieser Erfahrung setzt sie sich heute intensiv im Kampf gegen Kindesmissbrauch ein. Abseits der Bühne widmet sie sich ihrem Familienleben: Sie ist mit dem Musiker und Aids-Aktivisten Robert Paul Schoonover verheiratet, der eine Tochter mit in die Ehe brachte. Das Paar hat seinen Lebensmittelpunkt in Los Angeles.
Dean Butler als Almanzo Wilder
Dean Butler, der im Alter von 68 Jahren als Melissa Gilberts Serienehemann Almanzo in Erinnerung bleibt, widmet sich wie kaum ein anderer Darsteller dem Erbe von „Unsere kleine Farm“. Er engagiert sich intensiv für die Geschichte von Laura Ingalls Wilder und tritt regelmäßig als Redner bei Veranstaltungen auf, die das Leben der Schriftstellerin würdigen. Durch seine Vorträge und Präsentationen trägt er aktiv dazu bei, sowohl die TV-Serie als auch deren literarische Vorlage im öffentlichen Bewusstsein lebendig zu halten.
Butler produzierte zudem umfangreiches Bonusmaterial für die DVD-Editionen der Serie und realisierte Dokumentarfilme, die sich mit dem Leben sowie dem Erbe der Familie Ingalls beschäftigen. Seine Laufbahn als Schauspieler, die ihn unter anderem an den Broadway führte, beendete er im Jahr 2003. Heute ist er als Produzent tätig und lebt mit seiner Ehefrau in Los Angeles. Darüber hinaus hält er seine Anhänger durch regelmäßige Beiträge auf Instagram über seine Aktivitäten auf dem Laufenden.
Lindsay und Sidney Greenbush als Carrie Ingalls

Die Zwillinge Lindsay und Sidney Greenbush spielten Carrie Ingalls abwechselnd. (Archivbild)
Copyright: imago images/Everett Collection
Die Zwillinge teilten sich die Rolle der jüngsten Ingalls-Tochter Carrie. Nach der Serie waren sie jeweils noch in einer Gastrolle zu sehen, drehten einige Werbeclips und zogen sich dann aus der Schauspielerei zurück. Lindsay arbeitet heute in der Immobilienbranche, Sidney betreibt eine Pferdefarm. Hin und wieder geben sie Interviews.
Shannen Doherty als Jenny Wilder

Shannen Doherty spielte Jenny Wilder und wurde zum Kinderstar. (Archivbild)
Copyright: imago images/Prod.DB
Eine ihrer frühen Rollen übernahm Shannen Doherty im Jahr 1982 in der populären Familienserie „Unsere kleine Farm“. Als Jenny Wilder, die Nichte von Laura Ingalls Wilder, wirkte sie in der letzten Staffel mit und stieg rasch zum Kinderstar auf. In der Folgezeit feierte sie noch größere Erfolge: Durch ihre Rollen als Brenda Walsh in „Beverly Hills, 90210“ (1990-1994) und als Prue Halliwell in „Charmed“ (1998-2001) erlangte sie weltweiten Ruhm. An diese Serien schlossen sich zahlreiche weitere Filmprojekte an.
Doherty starb am 13. Juli 2024 an den Folgen ihrer Brustkrebserkrankung. Gegenüber der dpa erklärte ihre Sprecherin Leslie Sloane, dass sie ihren langjährigen Kampf gegen die Krankheit letztlich verloren habe. Doherty hatte diesen Weg sehr transparent gestaltet und ihre Erfahrungen sowohl über die sozialen Medien als auch im Fernsehen mit der Öffentlichkeit geteilt. Doherty wurde 53 Jahre alt.
