Ein seit 1973 vermisster Teenager ist als Opfer eines tödlichen Verkehrsunfalls mit Fahrerflucht identifiziert worden.
Nach 52 JahrenSpektakulärer Vermisstenfall nach Jahrzehnten aufgeklärt

Der Vermisstenfall Norman Prater konnte nach fünf Jahrzehnten endlich geklärt werden. (Symbolbild)
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Nach 52 Jahren ist der älteste Vermisstenfall des US-Bundesstaates Texas aufgeklärt worden. Die Identität von Norman Prater, der am 14. Januar 1973 im Alter von 16 Jahren verschwand, konnte nun bestätigt werden, berichtet das Magazin „People“. Nach Angaben des Dallas Police Department (DPD) vom Dienstag, 6. Januar, wurde der Jugendliche zuletzt mit Freunden in East Dallas gesehen. Sein Leichnam konnte inzwischen einem bislang nicht identifizierten Opfer eines tödlichen Verkehrsunfalls mit anschließender Fahrerflucht zugeordnet werden.
Vermisstenfall Norman Prater: Teenager wurde 1973 bei Fahrerflucht getötet
Ryan Dalby, Ermittler beim Dallas Police Department, war maßgeblich an der Aufklärung des Falls beteiligt. Er stellte einen Zusammenhang zwischen zwei zunächst unabhängig erscheinenden Ereignissen her. Ausschlaggebend war eine neu aufgetauchte Fotografie des Unfallopfers, die die Gerichtsmedizin im texanischen Aransas County Ende 2025 entdeckte. Das Bild gelangte über das National Center for Missing and Exploited Children schließlich zu Dalby und führte zur Identifizierung.
Dalby und ein forensischer Experte der Texas Rangers erkannten laut Berichten eine hohe Übereinstimmung zwischen der auf der Fotografie abgebildeten Person und dem als vermisst geltenden Norman Prater. Zur Überprüfung kontaktierten sie seinen älteren Bruder Isaac Prater, der das Unfallopfer eindeutig als seinen vermissten Bruder identifizierte. Nach Angaben der Polizei standen für die Ermittlungen keine DNA-Spuren zur Verfügung.
Polizeichef würdigt Ermittler: „Einer trauernden Familie Gewissheit verschafft“
Daniel Comeaux, Polizeipräsident von Dallas, würdigte die Aufklärung des Falls. „Diese Lösung ist ein Beweis für das Engagement der Polizei von Dallas für die Fälle, die wir verfolgen, und für die Familien, denen wir dienen – unabhängig davon, wie viel Zeit vergangen ist“, erklärte Comeaux. Er betonte zudem, dass die Hingabe, Kompetenz und Empathie von Ermittler Dalby nicht nur einen historischen Fall geklärt, sondern auch „die wichtigste Aufgabe unserer Vermisstenstelle erfüllt haben: einer trauernden Familie Gewissheit zu verschaffen“.
In der Verlautbarung des Dallas Police Department heißt es zudem, Isaac Prater habe „nach 50 Jahren der Ungewissheit nun Antworten zum Verschwinden seines Bruders erhalten“. Die Behörde sprach der Familie Prater ihr aufrichtiges Beileid aus und hob die behördenübergreifende Zusammenarbeit sowie die Ausdauer der Ermittler hervor, die diese Aufklärung ermöglichten. (jag)

