Obwohl Auto, Rucksack und Schuhe entdeckt wurden, blieb das Verschwinden des Deutschen in Norditalien tagelang rätselhaft.
Drama in den AlpenVermisster Deutscher taucht plötzlich in Klinik wieder auf

Ein Urlauber ist in den lombardischen Alpen verschwunden. (Symbolbild)
Copyright: IMAGO/CHROMORANGE
Ein 66-jähriger Deutscher wurde seit Montag (25. August) in den lombardischen Alpen vermisst. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurde er zuletzt in der Gegend des Bergdorfs Uschione nahe Chiavenna gesehen. Dort entdeckten Einsatzkräfte sein unverschlossenes Auto am Straßenrand. Inzwischen ist der Mann laut Medienberichten wieder aufgetaucht – er befindet sich demnach nun in einer psychiatrischen Klinik in Deutschland nahe der Schweizer Grenze. Wie er dorthin gelangte, ist unklar – Angaben zur Route seiner Rückkehr oder zu möglicher Begleitung liegen nicht vor.
Auffälliges Verhalten vor dem Verschwinden – Beobachtungen von Anwohnern
Der Fall wirkte von Anfang an rätselhaft: In der Nähe des verlassenen Autos fanden die Carabinieri einen Rucksack, ein Zelt und ein Paar Wanderschuhe. Aufgrund dieser Fundstücke wurde eine offizielle Vermisstenmeldung aufgegeben und eine groß angelegte Suchaktion im Valchiavenna eingeleitet. Die Region liegt in der Provinz Sondrio in der Lombardei, unweit der Schweizer Grenze und des Comer Sees.
Anwohner berichteten nach Informationen von Ansa und der Lokalzeitung „Il Giorno“, der Mann sei in den Tagen zuvor mehrfach barfuß gesehen worden und habe Glöckchen an seiner Kleidung getragen. Zudem sei er beim Meditieren und Beten beobachtet worden.
Großangelegte Suchaktion in Norditalien – bislang keine Spur
Da er niemanden störte, habe das Verhalten zunächst keine weiteren Konsequenzen gehabt. Erst als er mehrere Tage nicht mehr auftauchte und sein Wagen unbewegt blieb, meldeten die Bewohner den Fall den Behörden. Die Carabinieri nahmen daraufhin Ermittlungen auf und koordinierten die Suche.
Feuerwehr, Bergrettung und die Guardia di Finanza beteiligen sich an der Suche, unterstützt von einem Hubschrauber, der das unwegsame Gelände überfliegt. Laut Ansa konnte kein Handysignal des Vermissten geortet werden, was die Arbeit der Rettungskräfte erschwerte. „Il Giorno“ berichtete, dass die Einsatzkräfte auch angrenzende Wälder und Wasserläufe kontrollierten. Das deutsche Konsulat in Mailand war über den Fall informiert und in die Bemühungen eingebunden.
Weiterhin vermisst wird in der Region auch ein deutscher Tourist im Comer See. Laut „Repubblica“ sprang der Mann am 25. August bei Dorio ins Wasser, nachdem seine beiden Kinder über Bord gegangen waren. Die Kinder konnten unverletzt zurück an Bord gebracht werden, der Vater tauchte nach seinem Rettungsversuch jedoch nicht mehr auf. Augenzeugen sahen ihn noch kurz im Wasser, bevor er von den Strömungen erfasst wurde und verschwand. Taucher, Hubschrauber und Wasserrettung suchen seitdem nach ihm. (jag)