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FlugzeugunglückTodesflug des US-Golfers Stewart gleicht dem Fall Griesemann

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Payne Stewart imago

Payne Stewart im Jahr 1999

Köln – Die Umstände des Absturzes der Cessna des Kölner Unternehmers und Karnevalsfunktionärs Peter Griesemann in die Ostsee sind noch nicht abschließend geklärt. Doch der Fall erinnert bereits jetzt an einen ähnlichen Unfall in den USA im Jahr 1999. Es war der Todesflug des populären Golfers Payne Stewart mit einem Learjet. Sechs Personen kamen damals ums Leben, zwei Piloten und vier Passagiere, darunter der Golf-Profi. Wie im aktuellen Fall flog die Maschine stundenlang per Autopilot, bis das Flugbenzin verbraucht war und sie abstürzte.

Das Ereignis war ein Schock für die Sportwelt der Vereinigten Staaten. Der zweifache US-Open-Sieger Payne Stewart, der 42 Jahre alt wurde, war aufgrund seiner Erfolge, seines ritterlichen Auftretens und seiner sozialen Tätigkeiten einer der populärsten Vertreter des in den USA sehr populären Golfsports. Typisch für ihn war das Tragen von Kniebundhosen (Knickerbockers) und einer Schiebermütze auf dem Golfplatz. Seit 2000 wird in den USA jährlich der Payne-Stewart-Award für einen Golf-Profi verliehen, der durch seine sozialen Unternehmungen beeindruckt hat.

Payne Stewart wollte von Florida nach Texas fliegen

Im Gegensatz zum Flug der Maschine von Peter Griesemann, der noch viele Rätsel aufgibt, ist der Ablauf des tragischen Ereignisses von 1999 genau bekannt. Die Maschine sollte am 25. Oktober von Orlando/Florida nach Dallas/Texas fliegen, startete um 13.19 Uhr Ortszeit mit Kurs Nordwest und begann mit dem Aufstieg. Um 13.27 Uhr, in etwa 7000 Meter Höhe, setzten die Piloten ihre letzte dokumentierte Durchsage ab. Danach schlugen alle Versuche der Kontaktaufnahme vom Boden aus fehl.

Die Maschine stieg auf 14.100 Meter Höhe, fast 3000 Meter über die geplante Flughöhe. Auch unterblieb der von den Piloten geplante harte Schwenk nach Westen in Richtung Dallas. Die Maschine wurde vom Autopiloten auf dem ursprünglichen Kurs gehalten. Alle Personen an Bord, so ergab die Analyse, waren zu diesem Zeitpunkt aufgrund eines unvorhergesehenen Druckverlustes bewusstlos.

Air-Force-Jets begleiteten Payne Stewarts Flieger

Das führerlos gewordene Flugobjekt fiel einem Piloten der US Air Force auf, dessen Versuche der Kontaktaufnahme scheiterten. Er näherte sich der Maschine so weit, dass er erkennen konnte: Niemand, weder Pilot noch Co-Pilot, befand sich aktiv am Steuer. Danach wurde die Maschine auf ihrem Kurs von weiteren Jets der Luftwaffe begleitet. Ihr Schicksal war besiegelt. Wenn das Flugbenzin verbraucht war, würde sie abstürzen. Etwa 3:51 Stunden nach dem Start setzten die Motoren aus. 3:54 Stunden nach dem Start schlug sie in South Dakota, in unmittelbarer Nähe der Gemeinde Mina, mit annähernd Schallgeschwindigkeit auf einem Feld auf. Alle Insassen waren tot.

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Gegenstand der Untersuchungen war später, ob die US-Luftwaffe Pläne hatte, das Flugzeug abzuschießen, falls die Gefahr bestanden hätte, dass es über bewohntem Gebiet abstürzte. Die amerikanischen Behörden verneinen das bis heute vehement. Der damalige kanadische Premierminister Jean Chrétien schrieb in seinen Memoiren, er habe die kanadische Luftwaffe angewiesen, das Flugzeug abzuschießen, falls es unkontrolliert in den kanadischen Luftraum eingedrungen wäre. Man hatte befürchtet, das Flugzeug würde auf dem Gebiet von Winnipeg/Manitoba einschlagen.