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„Macht keinen Sinn mehr“Skigebiet in den deutschen Alpen stellt Betrieb sofort ein

Regen statt Schnee, teure Beschneiung und Wassermangel: Die Betreiber der AktivArena am Kolben ziehen die Konsequenzen.

Ein Skifahrer fährt im Skigebiet Winterberg an einem Skilift vorbei.

Immer mehr Skigebiete haben unter dem Klimawandel zu leiden. (Symbolbild)

Nach 15 Jahren geht eine Ära im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu Ende. Das Skigebiet am Kolbensattel in Oberammergau stellt den regulären Ski- und Rodelbetrieb sofort ein.

Bereits in der Saison 2026/27 werden die Pisten weder künstlich beschneit noch präpariert. Die Betreiber der AktivArena am Kolben reagieren damit auf anhaltenden Schneemangel und hohe Betriebskosten.

Kolben beendet klassischen Ski- und Rodelbetrieb

Seit der Wintersaison 2019/20 hat das Skigebiet keinen positiven Abschluss mehr erzielt. Allein in den vergangenen drei Jahren summierten sich die Defizite auf über eine Million Euro. In den beiden letzten Wintern beliefen sich die Verluste jeweils auf rund 360.000 Euro.

„In unserem Wintereinzugsgebiet südlich von München und Augsburg gibt es keinen Winter im bisherigen Sinn mehr“, heißt es in einer Mitteilung der Betreiber. Die Niederschläge fielen zunehmend als Regen statt als Schnee. Zudem würden die Zeitfenster für die technische Beschneiung immer kürzer.

Skigebiet am Kolbensattel stellt Winterbetrieb ein

Das Skigebiet liegt in einer Höhe von etwa 850 bis 1.270 Metern. Bereits im Jahr 2016 investierten die Betreiber rund 600.000 Euro in eine leistungsfähigere Beschneiungsanlage, die jedoch keinen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg brachte. Das dafür benötigte Wasser wird aus der Ammer entnommen. Bei niedrigen Wasserständen ist das jedoch oft nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.

Gleichzeitig steigen die Kosten für Energie und Personal. Die technische Beschneiung ist zu einem „Draufzahlgeschäft“ geworden.

Nach Millionenverlust: Kein präparierter Skibetrieb mehr in Oberammergau

Der Wintersport am Kolbensattel wird nicht komplett eingestellt. Bei ausreichendem Naturschnee können Skitourengeher und Rodler das Gelände weiterhin eigenverantwortlich nutzen, allerdings gibt es dann keine präparierten oder gesicherten Pisten mehr. Die organisierte Rodelbahn entfällt.

Geöffnet bleiben die Kolbensesselbahn, die Kolbensattelhütte und der Alpine Coaster. Auch die separat betriebenen kleinen Wank-Schlepplifte fahren bei geeigneten Bedingungen weiter. Die Betreiber haben die Absicht, sich stärker auf ganzjährig nutzbare Freizeitangebote zu konzentrieren und betonen, dass das Unternehmen trotz der Verluste im Winter wirtschaftlich gesund sei.

Diese Entscheidung reiht sich in einen größeren Trend ein. So wurde beispielsweise am Jenner in Berchtesgaden der klassische Skibetrieb bereits eingestellt. Zudem reagieren viele bayerische Skigebiete mit späteren Saisonstarts und Preiserhöhungen. (mbr)