Lebenszeichen von Timmy: Nach der verfrühten Freilassung des Wals senden Tracker erste Signale. Währenddessen kehrt die Flotte im Streit heim.
Hoffnung in der NordseePlötzlich neue Signale von Buckelwal „Timmy“

Der Blas eines Wales, bei dem es sich vermutlich um den in einer flachen Ostsee-Bucht an der Insel Poel geborgenen Buckelwal handelt, ist im Meer bei Skagen zu sehen. (Archivbild)
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Nach der dramatischen Freilassung des Buckelwals „Timmy“ am vergangenen Samstag gibt es am Montagmorgen erste vorsichtige Entwarnung. Wie Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies bestätigte, hat der Wal-Tracker am Vormittag mehrere Signale gesendet. Da der Sender nur Daten übermittelt, wenn das Tier zum Luftholen an die Oberfläche kommt, gilt dies als sicheres Lebenszeichen. Das berichtet unter anderem die „Bild“.
Ungewissheit nach verfrühter Freilassung
Die Rettungsmission, die am Samstagmorgen rund 70 Kilometer nördlich von Skagen ihr vorläufiges Ende fand, verlief anders als geplant. Timmy hatte seine Transportbarge bereits gegen 9.00 Uhr verlassen – früher, als es das medizinische Team vorgesehen hatte. Da der angebrachte Peilsender zunächst keine GPS-Daten lieferte, herrschte über das Wochenende Unklarheit über den Verbleib und den Zustand des Tieres.
Rückkehr der Flotte unter Polizeischutz
Währenddessen sind die an der Mission beteiligten Schiffe auf dem Rückweg in ihre Heimathäfen. Das Begleitschiff „Fortuna B“ lief bereits in der Nacht zu Montag in Cuxhaven ein. Der Festmachevorgang musste von zehn bis zwölf Beamten der Wasserschutzpolizei gesichert werden.

Der Wal liegt am Mittwochmorgen in einem gefluteten Lastschiff kurz vor der dänischen Grenze (Aufnahme aus einem Flugzeug). (Foto vom 29. April 2026)
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Grund für den Polizeieinsatz war die angespannte Sicherheitslage: Nach Aufrufen von Aktivisten in den sozialen Medien befürchtete die Besatzung Störungen im Hafenbecken. Laut Polizeiangaben verlief die Ankunft jedoch ohne Zwischenfälle.
Das zweite Begleitschiff, die „Robin Hood“, wird am heutigen Montagmittag im Kieler Hafen erwartet. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 5,6 Knoten schleppt der Verband die leere Transportbarge durch die Kieler Bucht.
Schwere Vorwürfe gegen die Organisatoren
Trotz der guten Nachrichten vom Tracker bleibt die Stimmung laut „Bild“ unter den Expertinnen und Experten am Boden. Die Rettungsaktion wird zunehmend von internen Streitigkeiten überschattet. Dr. Kirsten Tönnies erhob nach der Landung in Cuxhaven schwere Vorwürfe gegen Teile der Crew und die Leitung der Mission.

Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe unterhalb von Skagen, im sogenannten Skagerrak, durch die Ostsee gezogen (Luftaufnahme aus einem Flugzeug). (Foto vom 1. Mai 2026)
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Auch die ehemalige Teamärztin Dr. Jenna Wallace übte öffentlich scharfe Kritik. In einem sozialen Netzwerk hinterfragte sie die Verantwortlichkeiten auf der Barge während eines missglückten Manövers am Freitag, bei dem ein Seil an Timmys Schwanzflosse befestigt worden war. Die Mission, die als „wahrer Krimi“ bezeichnet werden kann, dürfte damit ein juristisches und fachliches Nachspiel haben.
Für die Beobachter steht jedoch die wichtigste Nachricht des Tages im Vordergrund: Timmy schwimmt und scheint die ersten Stunden in der Freiheit überstanden zu haben.
