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Giftspritze versagteMörderin Christa Pike erholt sich nach gescheiterter Hinrichtung

Die verurteilte Mörderin kann wieder ganze Sätze sprechen und ohne Hilfe gehen. Ob sie dauerhafte Schäden davongetragen hat, ist noch unklar.

Christa Pike

Christa Pike überlebte eine zweifache Dosis der Giftspritze. Wie es nun weitergeht, ist unklar.

Die zum Tode verurteilte Christa Pike erholt sich nach ihrer gescheiterten Hinrichtung Ende September in Tennessee weiter. Ihr Anwalt warnt jedoch vor möglichen Langzeitfolgen. Wie die „New York Post“ am 21. Oktober unter Berufung auf einen ihrer Anwälte berichtete, kann die 50-Jährige inzwischen wieder längere Strecken ohne fremde Hilfe gehen. Auch ihre Sprache habe sich deutlich verbessert. Sie könne wieder vollständige Sätze bilden.

Christa Pike macht Fortschritte nach gescheiterter Exekution

Ob die Exekution dauerhafte gesundheitliche Schäden verursacht hat, ist allerdings noch offen. Laut ihrem Anwalt beobachten Ärzte weiterhin ihren geistigen und psychischen Zustand. Es könne einen Monat oder länger dauern, bis sich die möglichen Langzeitfolgen abschätzen ließen.

Am 30. September sollte Pike mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Sie überlebte den Hinrichtungsversuch und wurde anschließend bewusstlos in ein Krankenhaus gebracht. Dort musste sie künstlich beatmet werden. Ihre Arme waren stark geschwollen und wiesen Verbrennungen sowie Blasen auf.

Nach Bewusstlosigkeit und Beatmung zurück im Gefängnis

Am 6. Oktober erwachte Pike aus der Bewusstlosigkeit und konnte wieder sprechen. Zuvor hatten ihre Anwälte befürchtet, sie könnte hirntot sein. Zu diesem Zeitpunkt litt sie jedoch unter Gedächtnisproblemen, einer Lungenentzündung und einem Blutgerinnsel im Arm. Ihre Gliedmaßen konnte sie zunächst kaum bewegen.

Bereits am 8. Oktober gelang es Pike, mit Unterstützung einige Schritte zu gehen. Sie konnte wieder selbstständig essen und ihre Arme zunehmend bewegen. Am 10. Oktober wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen und kehrte ins Gefängnis zurück, wo sie weiterhin medizinisch betreut wird.

Pike war 1996 wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Mitschülerin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Bei der gescheiterten Hinrichtung sollen ihr nach Angaben ihrer Verteidiger zweimal Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht worden sein. Warum sie die Exekution überlebte, ist bislang nicht abschließend geklärt. Ihre Anwälte vermuten Probleme mit den intravenösen Zugängen.

Tennessees Gouverneur Bill Lee hat weitere Hinrichtungen vorerst ausgesetzt und eine unabhängige Untersuchung angeordnet. Pikes Verteidiger setzen sich dafür ein, ihre Todesstrafe in lebenslange Haft ohne Aussicht auf Bewährung umzuwandeln. (jag)