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Heikler El-Niño-EffektWarum sich Weiße Haie vor Küste plötzlich im hüfttiefen Wasser tummeln

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Weisser Hai (Carcharodon carcharias), schwimmt im offenen Meer.

Vor Kaliforniens Küste werden derzeit auffallend viele Weiße Haie gesichtet. (Symbolbild)

Vor Kaliforniens Küste werden derzeit auffallend viele Weiße Haie gesichtet. Forscher erklären die Ursache und beruhigen Badegäste.

Ungewöhnlich viele Weiße Haie tummeln sich derzeit entlang der kalifornischen Pazifikküste. Besonders bemerkenswert: Einige der Raubfische schwimmen bis auf wenige Meter an Badegäste und Surfer heran. Was bei Urlaubern für Unbehagen sorgt, beobachten Meeresforscher mit großem Interesse. Das berichtet die „Bild“-Zeitung.

Wissenschaftler des „Shark Lab“ an der California State University Long Beach verfolgen die Routen von Hunderten markierten Tieren. Laut dem Leiter des Instituts, Meeresbiologe Dr. Chris Lowe, werden an manchen Stränden aktuell rund 20 Tiere pro Tag registriert. Einzelne Haie wurden demnach nur etwa 15 Meter vom Ufer entfernt in hüfttiefem Wasser gesichtet.

Warmes Pazifikwasser durch El Niño lockt Jungtiere nach Norden

Als Hauptursache für das gehäufte Auftreten gilt das Klimaphänomen El Niño, das für eine spürbare Erwärmung des östlichen Pazifiks sorgt. Vor allem junge Weiße Haie, deren angestammtes Revier vor Mexiko und Südkalifornien liegt, weichen den veränderten Wassertemperaturen aus und wandern weiter nordwärts. Das Phänomen setzte bereits im Winter ein: Erste Jungtiere wurden schon im Februar vor Kalifornien gesichtet – üblich ist dies erst ab April oder Mai.

Ein großer Weißer Hai, aufgenommen im Indischen Ozean vor Gansbaai.

Als Hauptursache für das gehäufte Auftreten gilt das Klimaphänomen El Niño, das für eine spürbare Erwärmung des östlichen Pazifiks sorgt. (Symbolbild)

Die seichten Küstenabschnitte Südkaliforniens dienen den Jungtieren als schützende Aufzuchtgebiete. Hier ernähren sie sich von kleinen Fischen sowie Rochen und sind vor ausgewachsenen Artgenossen sicher. Wegen der anhaltend hohen Wassertemperaturen gehen Behörden davon aus, dass die Tiere in diesem Jahr noch weiter nach Norden ziehen und länger als gewöhnlich in Ufernähe verweilen.

Trotz Begegnungen im Flachwasser: Gefahr für Schwimmer bleibt gering

Trotz der geringen Distanz zwischen Mensch und Raubfisch betonen Experten, dass kaum Gefahr besteht. „Junge Weiße Haie zeigen normalerweise kaum Interesse an Menschen“, beruhigt Chris Lowe. Auswertungen von Drohnenaufnahmen an zwei bekannten Hotspots zeigen, dass sich Menschen und Haie in 97 Prozent der beobachteten Zeit zeitgleich im selben Wasserbereich aufhielten – meist ohne dass die Schwimmer die Gegenwart der Tiere überhaupt bemerkten.

Für die Meeresbiologie ist die hohe Zahl der Raubfische sogar eine positive Nachricht: Da der streng geschützte Weiße Hai an der Spitze der Nahrungskette steht, deutet seine starke Präsenz auf eine zunehmende Erholung des Küstenökosystems hin. (jag)