Rassistische und gewaltverherrlichende Posts belasten einen Rostocker Oberarzt – die Universitätsmedizin zieht Konsequenzen.
Unimedizin „entsetzt“Rassistische Beiträge im Netz – Oberarzt verliert seinen Job

Ein Oberarzt der Rostocker Unimedizin hat rassistische und menschenverachtende Posts eingeräumt und wurde sofort freigestellt. (Archivbild)
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Die Universitätsmedizin Rostock hat einen ihrer Oberärzte freigestellt. Hintergrund sind Beiträge in sozialen Netzwerken, in denen sich der Mediziner nach Angaben der Einrichtung rassistisch und menschenverachtend sowie in Teilen gewaltverherrlichend geäußert haben soll.
Auf einem inzwischen nicht mehr erreichbaren Account waren offenbar entsprechende Beiträge veröffentlicht worden, die von dem Arzt stammen sollen. Das berichtet ein Instagram-Account, hinter dem eine Initiative gegen rechte Hetze im Netz steht. Demnach soll der Mediziner über Wochen hinweg in Bezug auf Geflüchtete mehrfach Formulierungen verwendet haben, die Gewalt- und Tötungsfantasien vermuten lassen. Er soll etwa „remigrieren oder kremieren“ gefordert haben.
Rassistische Beiträge im Netz: „Remigrieren oder Lager“
Der Instagram-Account, der auf die Beiträge aufmerksam gemacht hat, zeige auf Screenshots weitere Beiträge, die von dem Arzt stammen sollen. Darauf ist zu lesen: „Also ich sehe nur Heizmasse, die unser Energieproblem lösen kann! Remigrieren oder Lager.“ Unter ein Bild von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll der Mediziner zudem geschrieben haben: „Eine Stirn, die man nicht verfehlen kann.“
Gegenüber ntv bestätigte die Universitätsmedizin Rostock am Mittwoch (26. August) nun, dass man den betreffenden Mitarbeiter „unverzüglich mit den getätigten Aussagen konfrontierte und den Verdacht bestätigt“ habe. „Der betreffende Mitarbeiter wurde im Anschluss unverzüglich freigestellt“, zitierte der Sender die Universitätsmedizin weiter. Auch die „Ostsee Zeitung“ berichtete über die Freistellung des Arztes.
Demnach sollen weitere arbeitsrechtliche Maßnahmen ergriffen werden, außerdem sei eine Strafanzeige gegen den Oberarzt gestellt worden. Die Echtheit der kursierenden Screenshots lässt sich derweil zunächst nicht überprüfen, da das verwendete Instagram-Konto inzwischen deaktiviert ist. Für den Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.
Universitätsmedizin Rostock reagiert: „Für uns nicht akzeptabel“
Die Unimedizin Rostock hatte bereits zuvor auf den Fall reagiert. „Mit großem Entsetzen nehmen wir die rassistischen und menschenverachtenden Äußerungen, die derzeit auf Social Media kursieren, zur Kenntnis“, hieß es in einer ersten Stellungnahme am Dienstagabend in den sozialen Netzwerken.
„Aussagen, die Gewalt gegen Menschen billigen, nahelegen oder androhen, sind für uns nicht akzeptabel. Sie widersprechen fundamental den Werten, für die unser Haus und unsere Mitarbeitenden stehen: Menschlichkeit, Respekt, Verantwortung und der Schutz des Lebens“, stellt die Unimedizin Rostock zudem klar. „Wir werden die notwendigen Konsequenzen ziehen.“ Diese folgten dann am Mittwoch in Form der Freistellung. (das)
