Rekordandrang am Mount Everest: Wegen Verzögerungen drohen nach einer Rekordzahl an Lizenzen nun gefährliche Staus.
Ansturm auf den EverestNepal erteilt Rekordzahl an Genehmigungen – Staugefahr

Ein Bergsteiger klettert zum Everest-Basislager ab. (Foto Archiv)
Copyright: Pasang Rinzee Sherpa/AP/dpa
Für die Erklimmung des Mount Everest hat Nepal in der diesjährigen Frühjahrssaison eine neue Bestmarke an Lizenzen vergeben. Wie das Tourismus- und Kulturministerium in Kathmandu bekannt gab, wurden bis Freitag 492 Genehmigungen an Alpinisten aus 55 Staaten ausgestellt, die den 8849 Meter hohen Gipfel anvisieren. Ein „historischen Moment“, so die Einschätzung von Himal Gautam, dem Sprecher der Tourismusabteilung. Der bisherige Höchstwert von 478 Genehmigungen datierte aus dem Vorjahr 2023.
Hohe Nachfrage und bedeutende Einkünfte
Ein Faktor für die gestiegene Nachfrage ist laut nepalesischen Medienberichten die Tatsache, dass China die Aufstiegsroute zum Everest von tibetischer Seite gesperrt hat. Offiziellen nepalesischen Daten zufolge stammen die meisten Anträge dieses Mal aus China, worauf Bergsteiger aus den USA und Indien folgen.
Für Nepal sind diese Lizenzen ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Bislang generierten sie Einnahmen von über 7,1 Millionen US-Dollar (circa 6 Millionen Euro) für die Staatskasse. Die Regierung hatte erst im Vorjahr die Kosten für die Südroute von 11.000 auf 15.000 US-Dollar angehoben. Das Land beheimatet acht der weltweit 14 Achttausender und ist somit ein globales Zentrum des Alpinismus.
Verspätung durch Hindernis im Khumbu-Eisbruch
Der Beginn der aktuellen Klettersaison war allerdings von deutlichen Verspätungen gekennzeichnet. Ein großer Eisblock, ein sogenannter Sérac, blockierte den Weg im als besonders heikel geltenden Khumbu-Eisbruch. In diesem gefährlichen Gletscherabschnitt drohte ein Kollaps der Eismassen.
Spezialisten, unter ihnen auch Sherpa-Bergführer, konnten laut Gautam bis Freitagabend (Ortszeit) die Route bis zu Camp 4 auf 7906 Metern Höhe wieder zugänglich machen. Die notwendigen Fixseile wurden installiert, wie Gautam bestätigte.
Befürchtungen vor Engpässen auf der Gipfelroute
Gewöhnlich ist der Weg zu Lager 2 bereits ab Mitte April passierbar, damit sich Alpinisten durch wiederholte Auf- und Abstiege an die Höhe anpassen können. Die ersten Gipfelerfolge werden normalerweise Anfang Mai verzeichnet. Aufgrund der diesjährigen Behinderungen gibt es nun die Sorge, dass ein massiver Andrang zu riskanten Überlastungen auf der Strecke führen könnte. (dpa/red)
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