Eine Ateliergemeinschaft lud ins Fachwerkhäuschen und in den Skulpturengarten zwischen Sand und Herrenstrunden ein.
Offene AteliersKunst und Natur gibt es in der Dombach in Gladbach zu erleben

Freuten sich über die Gäste im Atelier: Petra Zieriacks (l.) und Brigitte Maxrath-Enger (r.).
Copyright: Susanne Schröder
Im Rahmen der Bergischen Wanderwoche führte eine der Routen zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher in die Dombach zwischen Sand und Herrenstrunden. Dort beherbergt ein idyllisch gelegenes Fachwerkhaus eine Kunst- und Ateliergemeinschaft, die zum Offenen Atelier mit Ausstellung eingeladen hatte.
Die Künstlerinnen wollten „die ganz besondere Verbindung zwischen Naturerlebnis und zeitgenössischer Kunst“ erlebbar machen und freuten sich über großen Andrang durch die geführten Wandergruppen sowie viele zufällig vorbeikommende Spaziergänger.
Die Skulpturen haben eine beruhigende Wirkung
Der im Herbst 2025 eröffnete Skulpturengarten mit Arbeiten von Brigitte Maxrath-Enger und Petra Zieriacks konnte entweder individuell oder im Rahmen fachkundiger Führungen erkundet werden. Die ausgestellten Skulpturen, gefertigt aus Materialien wie dem norwegischen blaugrauen Larvikit, edlen Norwegian Rose oder heimischen Diabas aus dem Sauerland, strahlten in ihren unterschiedlich bearbeiteten Oberflächen – mal poliert, mal matt glänzend oder naturbelassen – eine beruhigende Wirkung aus. Geschwungene Formen wechselten sich mit Arbeiten ab, die als Rahmen den „Blick ins Bergische“ öffneten oder in Kombination mit anderen Materialien spannungsreiche Kontraste erzeugten. Alle Steine, darunter auch Fundstücke und Findlinge, mitgebracht von Reisen, werden von den Künstlerinnen unter freiem Himmel im Garten des Fachwerkhauses bearbeitet. Dabei dient ihnen die jeweilige Entstehungsgeschichte des Gesteins als Inspirationsquelle.
Auch das verwinkelte Innere des Hauses bot vom Gewölbekeller bis hinauf unter das Dach zahlreiche Entdeckungen. Besonders eindrucksvoll war die Toninstallation „Scham und Armut“ von Brigitte Maxrath-Enger. Für dieses Projekt hatte die Künstlerin zunächst das Vertrauen obdachloser Menschen gewonnen und danach über lange Zeit intensive Gespräche mit ihnen geführt. Die daraus entstandene Arbeit ging spürbar unter die Haut und entfaltete ihre Wirkung bewusst in der kühlen Enge des Kellers.
Videoinstallationen und Keramiken begeisterten das Publikum
In den lichtdurchfluteten Räumen des Obergeschosses präsentierte Annett Coumont ihre freundlichen Aquarelle, in denen sie „naturrealistische Motive mit impressionistischen Lichtstimmungen“ verbindet. Katja Jakat zeigte liebevoll gestaltete Bilder und Postkarten, während Frauke Särck Fotografien ausstellte, die mithilfe digitaler Bildbearbeitung zu eindrucksvoll verfremdeten Motiven weiterentwickelt wurden und insbesondere als großformatige Wandkalender zur Geltung kamen.

Zu sehen gab es im Atelier unter anderem Fotokunst.
Copyright: Susanne Schröder
Ergänzt wurde die Ausstellung durch eine Videoinstallation, Keramiken sowie zahlreiche kleinere Kunstwerke, die ebenfalls große Aufmerksamkeit auf sich zogen. Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt vom Austausch mit den Künstlerinnen und ihren Werken, die „einen engen Bezug zur Landschaft herstellen und das Zusammenspiel von Körper, Geist und Natur reflektieren.“
Im Anschluss gab es Suppe, Kaffee und Kuchen für die Gäste
Nach dem Rundgang nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, im Erdgeschoss oder im Garten bei Suppe, Kaffee und Kuchen miteinander ins Gespräch zu kommen. Die umliegende Natur hat der ein oder andere danach beim Weiterwandern vielleicht aus einem neuen Blickwinkel erlebt.
Während das Atelier nach Vereinbarung besichtigt werden kann, ist der Skulpturengarten ganzjährig öffentlich zugänglich. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Ateliers.
