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Bergisch GladbachNotlösung für Bergisches Museum gefunden

3 min
Fachwerkhäuser stehen auf einer Wiese.

Das Außengelände mit zwei Werkstätten des Bergischen Museums in Bensberg kann ab Juli wieder aufmachen. 

Zwei Handwerksgebäude können im Juli wieder eröffen. Hauptgebäude mit Zugang zum Bergwerksstollen bleibt auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Für das Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bensberg gibt es jetzt eine Perspektive. Ab 1. Juli können zwei Gebäude im Außenbereich wieder aufgemacht werden. Das Hauptgebäude mit dem unterirdischen Schaubergwerk als Hauptattraktion muss aber weiterhin wegen technischer Schäden auf unbestimmte Zeit für Publikumsverkehr geschlossen bleiben.

Geplant sind erstmal die Öffnung von Gerberei und Hammerwerk sowie dem Trauzimmer. Die Kosten für die Notreparaturen in diesen beiden Handwerksgebäuden belaufen sich auf 40.000 Euro.

Das Trauzimmer kann wieder gebucht werden

„Mit der geplanten Teilöffnung schaffen wir es, wichtige Angebote des Museums – insbesondere das Trauzimmer – wieder zugänglich zu machen. Damit gibt es wieder etwas mehr Planungssicherheit“, erklärt der zuständige Dezernent Stephan Dekker. Allerdings handele es sich dabei nur um eine Zwischenlösung.

„Für das Haupthaus brauchen wir eine tragfähige und nachhaltige Perspektive“, betont Dekker . In dem denkmalgeschützten Hauptgebäude aus dem 16. Jahrhundert befindet sich die bedeutende monangeschichtliche Sammlung sowie der Eingang zu dem Bergwerksstollen.

Man sieht die Vorderseite des Hauptgebäudes.

Das Hauptgebäude des Heimatmuseums bleibt auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Seit Februar ist das Heimat- und Freilichtmuseum Am Burggraben in Bensberg zu. Der TÜV hatte bei einer Überprüfung gravierende Mängel bei den Elektro-Installationen beanstandet. Mit sofortiger Wirkung musste die Stadtverwaltung die Einrichtung aus Sicherheitsgründen schließen. Aktuell wird ein Gutachten erstellt zur Beurteilung der Brandschutzsituation. Das vollständige Ergebnis steht aber noch aus.

Die Liste der Mängel ist lang. Momentan wird ein Konzept erarbeitet, welche der bisherigen Veranstaltungsformate wie Handwerksvorführungen oder Bienen-Sonntage ab 1. Juli angeboten werden können. Für die Schulklassen, sie zählen zur größten Besuchergruppe, müssen Termine für nach den Sommerferien abgesprochen werden. Da das Hauptgebäude nicht zu betreten ist, muss für Publikum  und Museumspersonal ein Toilettenwagen aufgestellt werden.

Noch keine konkreten Aussagen, wie es weitergeht

Museumsleiterin Sandra Brauer verspricht: „Wir werden unsere Besucher über die Social-Media-Kanäle regelmäßig über den Fortschritt der Maßnahmen sowie über die Angebote im Zuge der Teileröffnung informieren.“

„Es gibt Licht am Ende des Tunnels“, sagt Willi Carl, Vorsitzender des Fördervereins des Bergischen Museums. Er sieht in der teilweisen Wiederaufnahme des Betriebs „einen guten Fortschritt“. Im Rahmen eines Kooperationsvertrags mit der Stadt Bergisch Gladbach ist der Förderverein fest in den Museumsbetrieb eingebunden.

„Wir stehen im engen Kontakt mit der Stadtverwaltung, was die Sanierung aber auch die Neuausrichtung des Museums betrifft.“ Carl rechne damit, dass im September konkrete Aussagen vorliegen werden, die einen Weg aufzeigen, wie es langfristig mit dem Museum weitergeht.

Was macht Sinn, jetzt zu reparieren? Was kostet das? Wie kann die geplante Modernisierung für eine zeitgemäße Präsentation der vielfältigen Ausstellungsstücke aus Brauchtum, Bergbau und Handwerk umgesetzt werden?

Wir haben alle das gleiche Ziel: Die Oase in Bensberg muss erhalten bleiben, ausgebaut und attraktiver werden
Willi Carl, Vorsitzender Förderverein

Mut macht dem Fördervereinsvorsitzenden, das zuletzt im Kulturausschuss abgegebene positive Bekenntnis der Politik, zu einer vernünftigen, tragfähigen Lösung zu kommen. „Wir haben alle das gleiche Ziel: Die Oase in Bensberg muss erhalten bleiben, ausgebaut und attraktiver werden“, sagt Carl.

Die Liste der sicherheitsrelevanten Mängel allein bei der Elektrik ist sehr lang: frei zugängliche spannungsführende Teile sowie beschädigte Verteiler, unzureichende Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, mangelhafte Erdungs- und Potentialausgleichanlagen, unzulässige Installationen, Isolationsfehler, fehlende Rettungswegbeleuchtung, Brandlasten in Rettungswegen.

Erschwerend kommt dazu, dass zumindest für einzelne Gebäudeteile Angaben zu Netzform und Stromläufen fehlten. Eine eindeutige Zuordnung der Stromkreise sei nicht möglich, heißt es im Schadensbericht der Verwaltung.

Zeitrahmen und Kosten für die Modernisierung liegen noch nicht vor. Eine Machbarkeitsstudie zur Neuausrichtung beauftragte die Stadt 2024, 231.000 Euro kostet sie. Sie wird überwiegend über Fördermittel und Spenden gedeckt. Der städtische Anteil beträgt 16.500 Euro.