Schwer verwundet kämpfte der Flydubai-Kapitän gegen seinen Copiloten – und rettete so Dutzende Leben. Nun berichtet er erstmals von den Minuten im Cockpit.
„Anderen nicht sterben lassen“Cockpit-Held spricht erstmals über dramatischen Kampf

Smit Machchhar konnte den Co-Piloten überwältigen.
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In einem Gespräch mit Premierminister Narendra Modi hat der indische Kapitän Smit Machchhar erstmals öffentlich über den dramatischen Zwischenfall an Bord des Flydubai-Flugs gesprochen. Der Flug von Dubai nach Tel Aviv war am vergangenen Mittwoch mutmaßlich Ziel eines Anschlags durch den Co-Piloten geworden.
„In diesem Moment kämpfte ich um mein Leben“, berichtete Machchhar. Er sei so schwer verletzt gewesen, dass er zu Boden gegangen sei. „Ich dachte: Was, wenn ich nicht mehr aufstehe?“ Trotzdem habe er sich zu einem letzten Versuch durchgerungen: „Ein letzter Schub, Smit! Mach es einfach. Die Tür ist direkt da.“
Held im Cockpit: Flydubai-Pilot Smit Machchhar verhindert Katastrophe
Während der Angreifer weiter auf ihn einschlug, öffnete er die Cockpittür. Daraufhin stürmten Passagiere hinein und überwältigten den Angreifer. „Ich tat das für mein eigenes Leben, aber gleichzeitig wusste ich, dass ich die anderen nicht sterben lassen konnte“, betonte der Pilot. Bilder aus dem Cockpit zeigen eine blutige Szene und den schwer verletzten Kapitän.
Premierminister Modi würdigte den Mut des Piloten. Seine „Courage, Geduld und schnelle Reaktion“ hätten zahlreiche Menschenleben gerettet. Auch Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sprach von der Verhinderung einer „9/11-ähnlichen Katastrophe“.
Letzter Kraftakt im Cockpit: Pilot öffnet Tür und rettet Passagiere
Machchhar, Vater von zwei Kindern, erholt sich derzeit in einem Krankenhaus in Abu Dhabi. Zuvor war er in Saudi-Arabien behandelt worden, wo die Maschine notlanden musste. Ein Passagier, der ihm half, berichtete von massivem Blutverlust.
Im Gespräch mit Modi wurde Machchhar emotional und entschuldigte sich für seine Tränen. Seine Tochter habe ihn im Krankenhaus besucht und sei erschrocken gewesen; sein zweijähriger Sohn habe ihn noch nicht sehen können. Am Ende sagte der Kapitän: „Jetzt, wo Sie mich angerufen haben, bin ich wirklich stolz auf mich.“
Nach Einschätzung der israelischen Regierung ist ein Linienflug der Fluggesellschaft Flydubai am Mittwoch nur knapp einem Terroranschlag entgangen. Die Maschine war mit 174 Menschen an Bord – überwiegend Israelis – von Dubai nach Tel Aviv unterwegs, als sie stark an Höhe verlor. Nach Angaben der Website Flightradar24 sank das Flugzeug innerhalb einer Minute um rund 5.000 Meter. (mbr)
