Nordsee-FrachterReederei untersucht havarierte „Fremantle Highway“ – Rätsel um Brandursache

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Der havarierte Autofrachter „Fremantle Highway“ steht im Hafen von Eemshaven an der niederländischen Nordseeküste. Die Brandursache ist immer noch unklar.

Der havarierte Autofrachter „Fremantle Highway“ steht im Hafen von Eemshaven an der niederländischen Nordseeküste. Die Brandursache ist immer noch unklar.

Die „Fremantle Highway“ war vor der Nordseeküste in Ameland in Brand geraten. Noch immer sind Hunderte, teilweise geschmolzene, Autos an Bord.

Die Brandursache am havarierten Frachter „Fremantle Highway“ ist fast zwei Monate nach dem Brand vor Ameland in der Nordsee weiter unklar. Ermittler der japanischen Reederei „K Line“ haben vor Kurzem erstmals das größtenteils ausgebrannte Schiff begutachtet. Mit dabei waren auch Brandermittler aus Panama, unter dessen Flagge die „Fremantle Highway“ fährt.

Die Ermittler untersuchen unter anderem die noch rund 2800 beschädigten und teilweise geschmolzenen Autos an Bord. Außerdem soll der Maschinenraum untersucht und das immer noch im Schiff befindliche Schweröl abgepumpt werden. Sollte die „Fremantle Highway“ im Hafen von Eemshaven auslaufen, könnte das schwere Folgen haben. Umweltschützer hatten vor einer Naturkatastrophe gewarnt.

„Fremantle Highway“: Ermittler der Reederei „K Line“ rätseln über Brandursache

Erst vor wenigen Tagen hatte das Bergungsunternehmen Boskalis erklärt, dass die rund 1000 noch intakten Fahrzeuge erfolgreich aus der „Fremantle Highway“ geborgen worden seien. Niederländische Medien hatten daraufhin berichtet, dass der gesamte Frachter leergeräumt worden sei. Dies erwies sich als nicht korrekt, nach wie vor befinden sich rund 2800 teils zerstörte Fahrzeuge an Bord.

Der havarierte Frachter „Fremantle Highway“ brennt Ende Juli in der Nordsee im Naturschutzgebiet Wattenmeer. Das brennende Schiff liegt tagelang vor der Insel Ameland, bis es in den niederländischen Hafen Eemshaven gebracht wird. (Archivbild)

Der havarierte Frachter „Fremantle Highway“ brennt Ende Juli in der Nordsee im Naturschutzgebiet Wattenmeer. Das brennende Schiff liegt tagelang vor der Insel Ameland, bis es in den niederländischen Hafen Eemshaven gebracht wird. (Archivbild)

Mitarbeitende der betroffenen Autobauer, darunter BMW und Mercedes, hatten die beschädigten Fahrzeuge auf dem havarierten Frachter begutachtet. Zunächst Hinweise darauf gegeben hatte, dass ein E-Auto den Brand an Bord ausgelöst hatte. Allerdings waren nahezu alle 500 E-Autos auf der „Fremantle Highway“ intakt. Der größte Schaden entstand auf Decks, auf den kaum E-Autos geparkt waren.

„Fremantle Highway“: Sorge um Schweröl im havarierten Frachter – Nordsee-Frachter muss Hafen bald verlassen

Die Brandursache ist nach wie vor unklar, ein niederländischer Sicherheitsexperte hatte das veraltete Notfallsystem der „Fremantle Highway“ nach Ausbruch des Brandes kritisiert. Beim Versuch, das brennende Schiff zu löschen und anschließend zu fliehen, war ein Mitglied der Crew ums Leben gekommen.

Die Brandermittler von „K Line“ wollen sich die rund 2800 Autos genau ansehen. Das berichtet die „Ostfriesen-Zeitung“. Die Zeit drängt allerdings: Die „Fremantle Highway“ darf nur noch bis zum 14. Oktober im Hafen von Eemshaven stehen, anschließend muss sie entweder abgewrackt oder an einem anderen Standort repariert werden. Zuletzt waren dafür auch deutsche Häfen in Betracht gezogen worden.

Nordsee: „Fremantle Highway“ im Wattenmeer in Brand geraten

Der Autofrachter „Fremantle Highway“ war am 26. Juli in der Nordsee vor der Küste von Ameland in Brand geraten. Mehrere Notschlepper hatten das Schiff in seiner Position gehalten und kurz darauf vor die Nordseeinsel Schiermonikoog gezogen. Dabei hatte sich das Schiff kurzzeitig losgerissen und war in Richtung Deutschland getrieben.

Umweltschützer hatten nach Ausbruch des Brandes eine Naturkatastrophe im Wattenmeer befürchtet, wäre die „Fremantle Highway“ gesunken. Das havarierte Schiff steht seit Wochen in Eemshaven, die Untersuchungen an dem Frachter dauern an. (shh)

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