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Hitzewelle auch in DeutschlandAmerikaner wundern sich über fehlende Klimaanlagen in Europa

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Klimaanlagen in Düsseldorf: Wer ein solches Gerät hat, kann sich derzeit freuen.

Klimaanlagen in Düsseldorf: Wer ein solches Gerät hat, kann sich derzeit freuen. 

Europa schwitzt, die Hitze ist sogar gesundheitsgefährdend. Und noch immer gibt es viel zu wenig Klimaanlagen.

Am Dienstag postete Rudi Bachmann bei X einen Beitrag, in dem es ausnahmsweise einmal nicht um Politik ging. Der bekannte deutsch-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler, der an der University of Michigan in Ann Arbor lehrt, nutzt die Nachrichtenplattform sehr häufig für Analysen und pointierte Beiträge. Diesmal ging es aber um einen Besuch in Deutschland, der sich dem Ende entgegen neigte.  

Er sei froh, in die USA zurückzukehren, „denn da habe ich ne schöne Klimaanlage in meiner Professorenvilla“, so Bachmann leicht ironisch angesichts der derzeitigen Hitzewelle in Deutschland, die ihn ganz offenbar auch belastet hat.  

Bachmann beschreibt ein Phänomen, das die Menschen im Sommer immer wieder beschäftigt, insbesondere bei Extremtemperaturen wie derzeit. Während Klimaanlagen in den USA zum Standard gehören, sind sie in Europa weitaus weniger verbreitet. Auch CNN treibt diese Frage um. Die Hitzewelle in Europa ist ein Thema auch für US-Medien. „Europas Sommer werden brutal heiß. Warum gibt es dann so wenig Air Conditioning?“, lautet die Überschrift des Textes.

Nur 20 Prozent der deutschen Haushalte mit Klimaanlage

Eher hilflos würden viele Europäer mit Ventilatoren, Kühlpacks und kalten Duschen operieren, wird konstatiert. Weniger als 20 Prozent der europäischen Haushalte verfügten über Air Conditioning, heißt es. Diese Zahl trifft für das Jahr 2024 auch für Deutschland zu. In den USA liegt die Zahl dagegen bei 90 Prozent. Obwohl der Trend auch in Deutschland zur Klimaanlage geht, setzt sie sich trotz der Klimaerwärmung nur zögerlich durch.

Experten erklären dies damit, dass viele europäische Länder historisch gesehen wenig Bedarf an Kühlung hatten, insbesondere im Norden. Und in Südeuropa sei die Bauweise mit dicken Mauern und kleinen Fenstern traditionell bereits ans wärmere Klima angepasst. Auch in Deutschland sind Häuser im Vergleich zu den USA solide gebaut und heizen sich nicht so schnell auf wie die amerikanischen Gebäude in Holzrahmenbauweise, wo der Bedarf nach Kühlung schneller entsteht. 

Ältere Gebäude, wie sie in Europa deutlich verbreiteter sind als in den USA, sind zudem schwieriger nachzurüsten als Neubauten. Teilweise kommen noch Probleme mit dem Denkmalschutz hinzu, wie am Beispiel Großbritannien geschildert wird, wo jedes sechste Haus demnach aus der Zeit vor 1900 stammt. Hinzu kommt, dass die Energiekosten in den USA deutlich geringer sind als in Europa, wo Klimaanlagen oft als Stromfresser gelten. 

„Es zieht“: Skepsis gegenüber Klimaanlagen

Aber das scheint nicht alles zu sein, besonders in Deutschland kommen auch gesundheitliche Bedenken hinzu: „Viele empfinden Klimaanlagen als krankmachend – Zugluft, trockene Luft, Erkältungsrisiko und nicht zuletzt Lautstärke“, wird bei ntv ein Experte zitiert. Zudem gebe es eine spezielle Mentalität: „Da muss man halt durch“, heißt es dann. Klimaanlagen würden als übertrieben angesehen.

Angesichts von immer extremeren Hitzeperioden könnte sich dies allerdings auch in eigentlich gemäßigten Klimazonen ändern. Hinzu kommt, dass moderne Wärmepumpen auch zur Kühlung eingesetzt werden können. Im umgekehrten Modus entziehen sie den Räumen Wärme und geben sie nach außen ab. Die Stromkosten liegen dann deutlich unter denen von separaten Klimaanlagen.