Die kommenden Tage werden nicht nur heiß, auch mit sehr hohen UV-Werten ist zu rechnen. Besonders Kinder sollten geschützt werden.
„Wert wird pulverisiert werden“Hohe UV-Strahlung wird zur Gefahr – neuer Hitzerekord in Köln möglich
Das Wetter bleibt schweißtreibend in Deutschland: Extreme Hitze im Westen und Südwesten sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) nicht nur für heute voraus. Als Höchstwerte werden demnach 32 bis 39 Grad erwartet, insbesondere in Köln und Region sollen Temperaturrekorde möglich sein. Tückisch ist dabei die nicht direkt spürbare UV-Strahlung: Am Mittwoch und Donnerstag werden die bislang höchsten Indexwerte des Jahres erwartet, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilte.
In Norddeutschland werde ein UV-Index bis 8 erwartet, in Mitteldeutschland bis 9, in Süddeutschland seien stellenweise 10 möglich, im Hochgebirge gar 11 („extrem“). Der UV-Index-Wert gibt an, welche Tagesspitzenwerte der sonnenbrandwirksamen Strahlung am Boden erwartet werden. UV steht für ultraviolett.
Besonders Kinder müssen geschützt werden
Aktuell hätten die Sonnenstrahlen einen kurzen Weg durch die Atmosphäre, erklärte das BfS. Zudem sei mit wenig schützendem Ozon in der Atmosphäre über Deutschland zu rechnen.

Ein Plakat mit dem Hinweis auf den UV-Index hängt im Kölner Stadionbad. (Archivbild)
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Ab einem Indexwert von 3 sei UV-Schutz angebracht – besonders Kinder müssten geschützt werden: „Sonnenbrände im Kinder- und Jugendalter erhöhen das Risiko für UV-bedingte Erkrankungen von Haut und Augen im späteren Leben“, warnt das Bundesamt.
Kommunen in NRW rufen zum Wassersparen auf
Aufgrund der Hitze ist vielerorts zudem der Wasserverbrauch in die Höhe geschnellt. Versorger und Städte rufen deshalb nun zu sparsamer Nutzung auf. In mehreren Regionen wird davon abgeraten, den Pool zu befüllen oder den Rasen zu bewässern. Kommunale Aufrufe zum Wassersparen gibt es unter anderem in Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.
Anders sieht es beim „Hydrieren“ des eigenen Körpers aus. So empfiehlt etwa die Kölner Feuerwehr, viel zu trinken. „Und nein, Kölsch allein zählt nicht“, hieß es in einem Facebook-Beitrag. Die humorvolle Bemerkung hat einen ernsthaften Hintergrund. So gilt angesichts der extremen Hitze in Teilen Frankreichs, darunter der Hauptstadt Paris, während der in dem Land groß gefeierten „Fête de la musique“ etwa ein Alkoholverbot auf öffentlichen Straßen.
Als weitere Maßnahmen sei es zudem ratsam, sich im Schatten aufzuhalten und helle, luftige Kleidung zu tragen, hieß es derweil weiter von der Kölner Feuerwehr.
„Kurz klingeln und fragen, ob alles passt, kann Leben retten“
Gleichzeitig warnt die Kölner Feuerwehr eindringlich davor, Kinder und Tiere während der Hitzewelle in geparkten Autos zurückzulassen. In Pkws steigen die Temperaturen bereits in kurzer Zeit rasant an, es droht Lebensgefahr. „Das ist keine Bitte, das ist Pflicht“, so die Kölner Feuerwehr, die auch an das absolute Badeverbot im Rhein erinnert. Abkühlung finde man in Freibädern und freigegebenen Badeseen.

Ein Freizeitsportler springt bei strahlendem Sonnenschein vor blauem Himmel vom Sprungturm in ein Schwimmbecken des Kölner Stadionbads. (Archivbild)
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Auch Solidarität sei während der Hitzewelle gefragt, erklärte die Feuerwehr. „Schaut aufeinander – besonders auf ältere Menschen und Nachbarn“, hieß es in dem Facebook-Beitrag. „Kurz klingeln und fragen, ob alles passt, kann Leben retten.“
Wird der Temperaturrekord im Juni in Köln geknackt?
Der Höhepunkt der Hitzewelle wird unterdessen am Ende der Woche erwartet, dann wird womöglich der Hitzerekord für den Monat Juni gebrochen. Laut Prognosen könnten die Temperaturen auf bis zu 40 Grad steigen. Vor allem im Westen und Südwesten der Republik könnte die Marke geknackt werden, heißt es vom DWD.
Auch der Wetterdienst Kachelmannwetter warnt insbesondere für Freitag vor Höchsttemperaturen in Köln und Region. „Das deutsche EuropaHD-Modell sieht am Freitag die ersten 40 Grad in Deutschland im Raum Köln-Bonn“, schrieben die Meteorologen von Kachelmannwetter am Mittwoch auf der Plattform X.
Der neue Temperaturrekord für Juni könnte somit in Köln geknackt werden. Danach werde die extreme Hitze bis Sonntag auch den Osten erreichen. „Dort werden am Sonntag laut dem Modell sogar bis zu 42 Grad vorhergesagt“, warnt Kachelmannwetter.
Der bisherige Rekord für den Monat Juni wurde am 30. Juni 2019 in Bernburg in Sachsen-Anhalt mit 39,6 Grad gemessen. Der insgesamt höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen wurde nur knapp vier Wochen später, am 25. Juli 2019, mit 41,2 Grad in Tönisvorst und Duisburg-Baerl registriert.
Der DWD rechnet derweil ebenfalls damit, dass der Temperaturrekord für Juni fallen wird – etwa die bisherige Höchstmarke am Flughafen Köln/Bonn. Dort stehe der Juni-Rekord bislang bei 36,8 Grad, gemessen im Jahr 2022. „Dieser Wert wird pulverisiert werden“, teilte der DWD auf Anfrage dieser Zeitung mit.
DWD erwartet Hitzerekord: „Dieser Wert wird pulversiert werden“
Auch tropische Nächte drohen in Köln und der Region: „Zum Teil wird das Quecksilber in den Nächten am Wochenende im Rheinland nicht unter 25 Grad C absinken“, warnt DWD-Meteorologe Thomas Kesseler-Lauterkorn.
Der Klimawandel führe zu häufigerem Auftreten derartiger Höchsttemperaturen, erklärt der Meteorologe zudem. „Solche Hitzewellen treten im Klimawandel vermehrt auf und sollen sich in Zukunft noch häufiger einstellen.“ So habe eine Studie ergeben, dass etwa eine Hitzewelle Ende Juli 2019 ohne Klimawandel 1,5 bis 3 Grad kühler verlaufen wäre.
Gewittergefahr am Wochenende in Köln und Region
„Genauso sieht es jetzt wieder aus: Ich gehe davon aus, dass bisherige Höchst- und höchste Tiefstwerte in NRW etwa in diesem Bereich übertroffen werden. Klimatologisch eine enorme Hausnummer!“ Die kommenden Tage seien deshalb als „historisch“ zu bezeichnen, so Kesseler-Lauterkorn.
Gleichzeitig steigt am Wochenende die Gewittergefahr: Bereits am Freitag könnte es laut Wetterdienst im Westen und Südwesten gegen Nachmittag und Abend zu einzelnen Schauern und Gewittern kommen. Lokal bestehe dann Unwettergefahr durch Starkregen und Hagel. Auch am Samstag sind im Westen und Nordwesten dann vereinzelt kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial möglich. (das/dpa)
