Abo

Prüfstein für die GesellschaftKönigin Silvia fordert in Berlin besseren Kinderschutz

3 min
Runder Tisch Kinderschutz

Königin Silvia von Schweden besucht Berlin.

Königin Silvia appelliert in Berlin für einen besseren Kinderschutz und warnt vor einer enormen Dunkelziffer bei Gewalt.

In Berlin warnt Königin Silvia eindringlich vor den Konsequenzen von Gewalt an Kindern. Die Dunkelziffer ist enorm, da die meisten Taten verborgen bleiben. Welche Veränderungen sind nötig?

Die schwedische Königin Silvia (82) plädierte während eines Symposiums in Deutschland für einen verbesserten Schutz von Kindern. Sie forderte, ihnen die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen, sollten sie Gewalt erfahren. „Seit vielen Jahrzehnten begegne ich Kindern, deren Rechte verletzt wurden – oft im Verborgenen, oft zu lange“, äußerte die Monarchin in Berlin anlässlich einer Veranstaltung, die von ihrer World Childhood Foundation ausgerichtet wurde.

„Diese Begegnungen haben mein Leben geprägt“, führte die Königin in einer auf Deutsch gehaltenen Rede aus. „Sie haben mich gelehrt, dass Kinderschutz kein Randthema ist, sondern ein Prüfstein für den Zustand der Gesellschaft, in der wir leben, und auch unserer rechtsstaatlichen Strukturen.“

Gewalt gegen Kinder: Die meisten Fälle bleiben unentdeckt

Die Zahl der nicht gemeldeten Fälle bei Betroffenen ist erheblich. Astrid Helling-Bakki, Vorständin der Stiftung in Deutschland, schätzt, dass neun von zehn Vorfällen nicht aufgedeckt werden. Diese Gewalterlebnisse umfassen physische Attacken, sexualisierte Gewalt sowie seelische Misshandlung.

Auf dem Symposium wurde darüber diskutiert, auf welche Weise der Schutz von Kindern optimiert werden kann. Ein wesentlicher Punkt der Debatte war, wie man ungeachtet fragmentierter Zuständigkeiten gewährleisten kann, dass Personen wie Sporttrainer oder Lehrkräfte über die richtigen Verhaltensweisen bei verdächtigen Anzeichen informiert sind.

Die Gründerin: Eine Königin mit biografischen Verbindungen zu Deutschland

Die Geburtsstadt von Silvia ist Heidelberg. Den überwiegenden Teil ihrer Jugend verbrachte sie in São Paulo, Brasilien, bevor sie in Düsseldorf die Reifeprüfung ablegte. Seit ihrer Heirat mit König Carl Gustaf im Jahr 1976 trägt sie den Titel der Königin von Schweden. Die Gründung der World Childhood Foundation durch sie erfolgte 1999.

Runder Tisch Kinderschutz

Gemeinsam für die Sache: Königin Silvia mit Elke Büdenbender.

Die Monarchin betonte, dass die Auseinandersetzung mit Fragen der Effektivität und Finanzierung nicht durch die „kurzsichtige Brille eines Haushaltsjahres oder einer Legislaturperiode“ erfolgen dürfe. Vielmehr sei eine auf Dauer angelegte, solide Basis erforderlich. „Denn wir schulden Kindern nicht nur Mitgefühl, sondern wirksames verantwortungsvolles Handeln“, fügte sie hinzu.

Warnung von Elke Büdenbender vor spezifischen Risiken

Dass sexueller Missbrauch von Kindern keine Nebensächlichkeit darstelle, betonte ebenfalls Elke Büdenbender, die Gattin des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Es sei inakzeptabel, wenn Kinder innerhalb ihrer eigenen Familie keine Sicherheit und Geborgenheit fänden. Die Thematik erfordere einen abteilungsübergreifenden Ansatz, und es sei notwendig, von der Stigmatisierung betroffener Personen als Opfer abzurücken.

Des Weiteren sprach Büdenbender eine Warnung bezüglich der Risiken aus, die vom Internet und von sozialen Medien ausgehen. In eine vergleichbare Richtung äußerte sich Kerstin Claus, die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen: „Digitale Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, das ist eine alltägliche Lebensrealität.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.