Videos zeigen eine pilzförmige Rauchwolke über der Fabrik, die wohl auch Munition für die Ukraine produziert.
Deutsch-französischer KonzernPilzförmige Rauchwolke – Explosion in Munitionsfabrik nahe Rom

Ein Hubschrauber wirft Wasser über den Ort einer Explosion in einer Munitionsfabrik in Colleferro bei Rom ab.
Copyright: Gregorio Borgia/AP/dpa
In einer Munitionsfabrik des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS nahe Rom ist es nach Angaben der italienischen Carabinieri zu einer Explosion gekommen. Auf dem Fabrikgelände nahe Colleferro, rund 40 Kilometer südöstlich der Hauptstadt, liefen derzeit „komplexe Einsätze“ der Feuerwehr und Polizei, teilten die Carabinieri am Donnerstagabend (13. August) mit.
Bei der Explosion in der Fabrik, in der Munition mittleren und großen Kalibers hergestellt wird, wurde nach Angaben von KNDS niemand verletzt. Das Unternehmen bestätigte entsprechende Berichte. „Die Umstände des Vorfalls werden derzeit von den Teams vor Ort untersucht und bewertet“, erklärte der Rüstungskonzern.
Genaue Ursache für Explosion bisher nicht bekannt
Die genaue Ursache des Vorfalls ist nicht bekannt. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, es habe sich ersten Informationen zufolge wohl nicht um Brandstiftung oder einen Sabotageakt gehandelt. Demnach soll die Ursache für den Brand und die Explosion ein nicht näher genannter Unfall gewesen sein. Dessen genaue Umstände müssten noch geklärt werden.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AGI war vor der Explosion wegen eines Brandes der Feueralarm ausgelöst worden. Die Mitarbeiter hätten daher genügend Zeit gehabt, sich in Sicherheit zu bringen.
Explosion offenbar kilometerweit spürbar
Anwohner in der Umgebung berichteten von einem lauten Knall, die Explosion sei noch in mehreren Kilometern Entfernung zu spüren gewesen. Auf Videos in den sozialen Medien war zunächst ein größerer Brand in dem Gebiet zu sehen, anschließend eine große Explosion und eine riesige pilzförmige Rauchwolke über dem Werk.
Der Bürgermeister von Colleferro, Giulio Calamita, schrieb bei Facebook: „Der Schreck ist groß, aber in diesem Moment ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und vor allem keine falschen Informationen zu verbreiten.“
Munition für ukrainische Streitkräfte in Fabrik hergestellt
Nach Angaben der ukrainischen Zeitung „Kyiv Post“ soll in der Fabrik auch Munition für die ukrainische Armee produziert werden. „Dort werden 155-mm-Artilleriegranaten hergestellt, die über europäische Partner an die Ukraine geliefert werden“, hieß es in einem Bericht der Zeitung.
Zusätzlich zur Artillerie-Munition erhält die Ukraine demnach diverse weitere Waffensysteme der KNDS-Gruppe, darunter die Haubitze Caesar, den selbstfahrenden Flugabwehrpanzer Gepard und die Panzerhaubitze PzH 2000. (das/dpa/afp)

