Wenige Wochen nach dem Tod „Timmy“ ist im Kleinen Belt ein weiteres großes Tier entdeckt worden. Experten äußern sich besorgt.
Nach „Timmy“ jetzt „Hartwin“Erneut Wal in der Ostsee gesichtet – Experten äußern Sorge

Der von Schaulustigen und Medien „Timmy“ getaufte Buckelwal liegt in einer freigespülten Kuhle vor der Insel Poel (Aufnahme aus einem Flugzeug). (Archivbild)
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In der dänischen Ostsee sorgt die erneute Sichtung eines Buckelwals für große Besorgnis. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, wurde das Tier am vergangenen Samstagabend im Kleinen Belt entdeckt – nur wenige Wochen nach dem Fund des verendeten Wals „Timmy“ im Mai. Laut RTL hat der neue Ostsee-Gast bereits den Namen „Hartwin“ bekommen. Experten befürchten nun, dass sich das Drama wiederholen könnte, da der Wal deutliche Schwächezeichen zeigt.
Entdeckung von der „Lillebæltsbro“
Die dänische Reiseleiterin Linda Frølund Hansen beobachtete das Tier demnach am Samstagabend von der alten Brücke „Lillebæltsbro“, die das dänische Festland Jütland mit der Insel Fünen verbindet. Aus einer Höhe von etwa 55 Metern hielt die Gruppe eigentlich Ausschau nach Schweinswalen, als der schätzungsweise 15 Meter lange Buckelwal unter der Konstruktion auftauchte.
Nach Angaben der Augenzeugin bewegte sich das Tier, dessen Ausmaße denen einer Segelyacht glichen, ruhig in Richtung Süden, tiefer in die Ostsee hinein. Trotz dringender Warnungen von Fachleuten, Abstand zu den Tieren zu halten, näherten sich laut „Bild“ bereits mehrere Wassersportler mit Segel- und Motorbooten.
Meeresbiologen in Sorge um Gesundheitszustand
Der Walexperte und Meeresbiologe Fabian Ritter hat das vorliegende Bildmaterial analysiert und teilt die Besorgnis. Die Aufnahmen ließen zweifelsfrei einen Buckelwal erkennen. Das Verhalten und das äußere Erscheinungsbild des Tieres böten jedoch erheblichen Anlass zur Sorge.
Dass sich der Wal auffällig nah an der Oberfläche aufhalte, deute auf eine fortgeschrittene Schwäche hin. Zudem sei eine helle Färbung des Rückens ein Hinweis auf massive Hautprobleme. Das Tier wirke streckenweise apathisch, was den schlechten Gesamteindruck bestätige.
Parallelen zum Fall „Timmy“
Die Symptome des nun gesichteten Wals erinnern stark an den Buckelwal „Timmy“. Dieser war Mitte Mai nach einer aufwendigen Rettungsaktion, die von der Insel Poel bis in die dänische See führte, unweit der Insel Anholt tot angespült worden. Das Obduktionsergebnis zu diesem Fall steht noch aus.
Die Ostsee stellt für diese Walart keinen geeigneten Lebensraum dar. Der geringe Salzgehalt und die für die Tiere zu hohen Wassertemperaturen bedeuten eine enorme Belastung. Sollte der Wal seinen Weg weiter nach Süden in Richtung der deutschen Küsten von Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern fortsetzen, steigt das Risiko einer erneuten Strandung im Flachwasser erheblich. Die Behörden in den betroffenen Küstenländern stehen damit vor der Herausforderung, sich auf ein mögliches Eingreifen vorzubereiten.
