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„Wiesnflation“Oktoberfest-Maß auf Rekordniveau – Wirte rechtfertigen sich

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Eine Bedienung trägt im Paulaner-Festzelt Maßkrüge mit Bier (Unschärfe durch lange Belichtungszeit).

Jedes Jahr geht der Preis für eine Maß auf dem Münchner Oktoberfest nach oben. (Symbolbild)

Die Maß Bier auf dem Münchner Oktoberfest kostet in diesem Jahr im fünfmal so viel wie 1985. Ein Blick hinter die Zahlen.

Am Samstag startet das Oktoberfest in München. Bevor Oberbürgermeister Dieter Reiter das erste Fass anstechen wird, gibt es wieder große Aufregung über die Bierpreise. Denn die Besucher müssen für die Maß Bier erneut tiefer in die Tasche greifen.

Im Schnitt kostet der Liter Wiesn-Bier in diesem Jahr 15,61 Euro, das sind 2,4 Prozent mehr als 2025. Die Spanne reicht von 14,80 bis 15,90 Euro.

Wucher auf Oktoberfest: Was steckt hinter dem Maß-Preis?

Der Ärger über steigende Bierpreise ist so alt wie die Diskussion darüber. Doch der Eindruck täuscht nicht: 1985 lag der Durchschnittspreis bei umgerechnet 3,20 Euro. Das entspricht einer Steigerung um 400 Prozent. Die allgemeinen Verbraucherpreise legten im gleichen Zeitraum lediglich um rund 120 Prozent zu.

Die „Wiesnflation“ übertrifft die offizielle Teuerung damit deutlich. Auch im Vergleich zum Supermarkt-Bier wird der Unterschied deutlich. Seit 1991 hat sich der Preis auf dem Oktoberfest mehr als verdreifacht, während der Preis im Einzelhandel nur um den Faktor 1,8 stieg. Seit 2019 ist die Maß um 30,9 Prozent teurer geworden, das Bier im Laden um 24,4 Prozent.

Wiesn-Wirte rechtfertigen Preiswucher auf dem Oktoberfest

Die Wiesn-Wirte verweisen auf ihre hohen Fixkosten. Allein der Aufbau und Abbau eines großen Zelts schlägt mit 1,8 bis 2 Millionen Euro zu Buche. Die Personalkosten für Schankkräfte, Köche, Musiker und Ordner sind nach der Corona-Pandemie um bis zu 25 Prozent gestiegen.

Neun Prozent des Maßpreises gehen an die Bedienungen. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer und knapp acht Prozent Umsatzpacht an die Stadt, die damit die Infrastruktur finanziert.

Die Stadt München prüft die Preise jährlich und vergleicht sie mit denen der Innenstadt-Gastronomie. Bislang wurden keine überhöhten Ansätze beanstandet. Ökonomen betonen: Der Preis enthalte nicht nur das Bier, sondern auch das Event. Die Nachfrage bleibt robust – 2025 kamen 6,5 Millionen Besucher und kauften etwa ebenso viele Maß. (mbr)