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Todesdrohung und ErpressungInhaftierter Ex-Rennprofi Adrian Sutil erhebt schwere Vorwürfe

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Adrian Sutil mit Sonnenbrille.

Adrian Sutil befindet sich nach Medienberichten seit Ende November 2025 in Untersuchungshaft. (Archivbild)

Der langjährige F1-Profi, der sich aktuell in Haft befindet, ist mutmaßlich erpresst worden. 

Der frühere Formel-1-Pilot Adrian Sutil sitzt wegen Betrugsanschuldigungen in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim in Untersuchungshaft. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs, wie unter anderem „Bild“ berichtet. Als Händler für Luxusfahrzeuge soll Sutil Autos mehrfach als Sicherheiten eingesetzt haben, was er bestreitet.

Adrian Sutil: Rechtsbeistand spricht über Morddrohungen

Nach Durchsuchungen in Monaco, der Schweiz und Baden-Württemberg wurde Sutil Ende November in Sindelfingen festgenommen. Bei der Razzia stellten die Ermittler 20 hochwertige Fahrzeuge sicher; neun weitere Luxusautos blieben laut seinem Anwalt Dirk Schmitz in Sutils Garage in Monaco.

Nico Rosberg im Mercedes und Adrian Sutil im Sauber beim Großen Preis von Brasilien.

Rennsport-Vergangenheit: Nico Rosberg (links) im Mercedes und Adrian Sutil im Sauber beim Großen Preis von Brasilien. Heute beschäftigt die Justiz den ehemaligen Rennprofi Sutil. (Archivbild)

Etwa eine Woche nach der Inhaftierung soll es laut Anwalt und Familie zu einem Erpressungsversuch gekommen sein. Ein Anrufer habe sich als Mitglied der russischen „Wagner-Gruppe“ ausgegeben und gedroht, die Luxusfahrzeuge in Monaco an sich zu nehmen. Die Polizei prüft die Angaben.

Schwere Vorwürfe: Familie berichtet von Einschüchterung und Todesdrohungen

In der Folge sollen mehrere Personen am Anwesen erschienen sein und die Fahrzeuge nach Darstellung der Familie unter Zwang übernommen haben. Von einem klassischen Diebstahl könne keine Rede sein; es habe massive Einschüchterungen gegeben, bis hin zu Todesdrohungen.

Zu den entwendeten Fahrzeugen im geschätzten Gesamtwert von rund 17 Millionen Euro zählen laut Anwalt unter anderem zwei Koenigsegg, ein Rolls-Royce Phantom, ein Ferrari, ein Lamborghini sowie mehrere Porsche. Besonders hervorgehoben wird ein Koenigsegg Agera One:1 im Wert von etwa zehn Millionen Euro sowie ein Mercedes-Benz 600, der einst Elvis Presley gehört haben soll.

Adrian Sutil (links), damals in Diensten des Teams Force India, mit seinem Manager Manfred Zimmermann beim Großen Preis von Spanien in Barcelona.

Blick zurück in erfolgreichere Tage: Adrian Sutil (links), damals in Diensten des Teams Force India, mit seinem Manager Manfred Zimmermann beim Großen Preis von Spanien in Barcelona. (Archivbild von 2011)

Die Strafanzeige sei laut Anwalt erst am 31. Dezember 2025 aus Sorge um die Familie erstattet worden, nachdem die Täter angeblich gefordert hätten, keine Polizei einzuschalten. Auch nach dem Abtransport der Fahrzeuge habe es weitere Drohungen über unbekannte Nummern gegeben. Das LKA bestätigte den Eingang einer Anzeige wegen des ungeklärten Verbleibs mehrerer Autos.

Sutils Anwalt, Dirk Schmitz, hob hervor, dass sein Klient vollumfänglich mit den ermittelnden Behörden zusammenarbeite. Er äußerte die Hoffnung, dass die entwendeten Automobile aufgefunden werden.

Es ist nicht Sutils erster Konflikt mit der Justiz: Bereits im Januar 2012 wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt, nachdem er den Geschäftsmann Eric Lux in einem Nachtklub in Shanghai mit einem Glas verletzt hatte.

Adrian Sutil fuhr von 2007 bis 2014 in der Formel 1 und bestritt insgesamt 128 Grands Prix für Teams wie Spyker, Force India und Sauber. Er hält den Rekord für die meisten Formel-1-Starts ohne Podium-Platzierung. (red)