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„Back to the 90s“Die Elevator Boys versuchen sich als Schauspieler

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In „Back to the 90s“ reisen die Elevator Boys - natürlich in einem Fahrstuhl - aus Versehen zurück ins Jahr 1995. (Bild:  Amazon MGM Studios)

In „Back to the 90s“ reisen die Elevator Boys - natürlich in einem Fahrstuhl - aus Versehen zurück ins Jahr 1995. (Bild: Amazon MGM Studios)

Prime Video holt deutsche TikTok-Stars vor die Kamera: In „Back to the 90s“ spielen die Elevator Boys fünf junge Musiker, die nach einer ruckeligen Aufzugfahrt unverhofft im Jahr 1995 landen.

Auf Social Media folgen den Elevator Boys über alle Plattformen Millionen. Auch als Musiker sind die fünf aktiv (von links: Tim Schäcker, Bene Schulz, Julien Brown, Jacob Rott und Luis Freitag). (Bild: 2026 Getty Images/David Becker)

Auf Social Media folgen den Elevator Boys über alle Plattformen Millionen. Auch als Musiker sind die fünf aktiv (von links: Tim Schäcker, Bene Schulz, Julien Brown, Jacob Rott und Luis Freitag). (Bild: 2026 Getty Images/David Becker)

Vor der Handykamera sind die Elevator Boys - das sind Julien Brown, Tim Schäcker, Luis Freitag, Jacob Rott und Bene Schulz - längst erfolgreich. In den sozialen Medien folgen den fünf jungen Männern Millionen. Für die Amazonproduktion „Back to the 90s“ stehen sie nun als Schauspieler vor der Kamera. Der Plot des Films (ab Freitag, 21. August) ist schnell erzählt: Die Freunde Matteo (Brown), Jonas (Schäcker), Chris (Freitag), Ben (Rott) und Oliver (Schulz) wollen als Boyband (wie es die Elevator Boys selbst übrigens bereits seit 2023 tun) durchstarten. Eine Aufführung an ihrem College scheint dafür die perfekte Möglichkeit zu sein, doch Ben bekommt kalte Füße: „Da fehlt irgendwas. Der Song - da ist keine Magie, da ist gar nichts!“ Seine Bandkollegen versuchen, ihn umzustimmen und versichern: „Bro, der Text ist top!“ Doch es hilft alles nichts, Ben will hinschmeißen. Während die Fünf entnervt in einem Aufzug weiterstreiten, stürzt der plötzlich ab - direkt ins Jahr 1995.

Die Freunde Jonas (Tim Schäcker), Chris (Luis Freitag), Matteo (Julien Brown), Ben (Jacob Rott) und Oliver (Bene Schulz) verschlägt es in „Back to the 90s“ zurück ins Jahr 1995. Finden sie einen Weg zurück in die Zukunft? (Bild:  Amazon MGM Studios)

Die Freunde Jonas (Tim Schäcker), Chris (Luis Freitag), Matteo (Julien Brown), Ben (Jacob Rott) und Oliver (Bene Schulz) verschlägt es in „Back to the 90s“ zurück ins Jahr 1995. Finden sie einen Weg zurück in die Zukunft? (Bild: Amazon MGM Studios)

Der Weg zurück in die Zukunft gestaltet sich allerdings schwierig - und chaotisch. Weil die Band glaubt, ein unbekannter 90er-Song könnte der Schlüssel sein, machen sie sich in der Vergangenheit auf die Suche nach der unbekannten Songschreiberin. Aber plötzliche romantische Gefühle und die veraltete Technik - wie funktionieren überhaupt Kassetten oder diese klobigen Computer - machen es den Jungs alles andere als einfach. Für die obligatorische Party, nach der die Elevator Boys natürlich oben ohne aufwachen, bleibt aber trotzdem Zeit. Ein Lied vom waschechten 90er-Star Gary Barlow gibt es noch obendrauf: Der Take-That-Sänger steuert den Titelsong „1995“ bei.

Nostalgische 90er-Ästhetik kann den Film nicht retten

In der Vergangenheit trifft die Boyband unter anderem auf Mary-Jane (Anja Pichler). Besonders einer von ihnen ist von der intelligenten Studentin angetan. (Bild:  Amazon MGM Studios)

In der Vergangenheit trifft die Boyband unter anderem auf Mary-Jane (Anja Pichler). Besonders einer von ihnen ist von der intelligenten Studentin angetan. (Bild: Amazon MGM Studios)

Abegstimmte Outfits und Choreografie: Die Elevator Boys als fiktive Gruppe 5G erinnern ein wenig an die großen Boybands der 90er-Jahre. (Bild:  Amazon MGM Studios)

Abegstimmte Outfits und Choreografie: Die Elevator Boys als fiktive Gruppe 5G erinnern ein wenig an die großen Boybands der 90er-Jahre. (Bild: Amazon MGM Studios)

Mit guter Musik, 90er-Klamotten und einem etwas aufdringlichen Filter transportiert Regisseur Facundo Scalerandi (“How to Sell Drugs online (Fast)“, „King of Stonks“) das Publikum zurück in die Zeit von Game Boys und Tamagotchis. Die Elevator Boys als aufstrebende Musiker erinnern dabei an die Backstreet Boys, Take That oder N'SYNC. Doch während „Back to the 90s“ mit nostalgischer Ästhetik und stylischen Kostümen überzeugt, ist das Drehbuch von Juliana Lima Dehne (“Maxton Hall“) arg oberflächlich geraten.

Dass die Elevator Boys vor der Filmkamera nicht unbedingt glänzen, ist da wenig hilfreich. Jacob Rott erklärte bei einer Pressekonferenz zum Film, zwischen ihm und seiner Rolle gebe es die ein oder andere Parallele, „weil ich auch manchmal sehr emotional bin“. Schade nur, dass er diese Emotionalität als Ben nicht rüberbringen kann. Stattdessen ist seine Darstellung hölzern und oberflächlich. Auch seine Bandkollegen bleiben schauspielerisch weit hinter Anja Pichler (“Biester“) und Luise Aschenbrenner (“Disko 76“) zurück, die als die Studentinnen Mary-Jane (Pichler) und Jamie (Aschenbrenner) auf die in der Vergangenheit gestrandete Boyband treffen.

Die Freundschaft zwischen den beiden Frauen ist hingegen ein Highlight des Films. Dass die beiden Schauspielerinnen während der Dreharbeiten auch im echten Leben zu Freundinnen geworden sind, wie sie bei einer Pressekonferenz verrieten, ist ihrer Performance anzumerken. Und statt der zu oft erzählten Geschichte von zwei Frauen, die sich um einen Mann streiten, geht es hier um Verständnis und Unterstützung. (tsch)