Fast 30 Jahre nach dem Mord an Bierkönig-Wirt Manfred Meisel bringen neue Hinweise nach „Aktenzeichen XY“ wieder Bewegung in den Fall.
Mord an „Bierkönig“-GründerErmittler erhalten nach „XY“ im ZDF über 50 neue Hinweise

Fast 30 Jahre nach dem Mord an Bierkönig-Wirt Manfred Meisel bringen über neue Hinweise nach „Aktenzeichen XY“ wieder Bewegung in den Fall. (Symbolbild)
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Im seit fast 30 Jahren ungeklärten Dreifachmord an Manfred Meisel, dem Betreiber des berühmten Lokals „Bierkönig“ auf Mallorca, gibt es neue Ermittlungsansätze. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mitteilte, gingen nach der Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ (Spezialausgabe „Aktenzeichen XY... International“) am Mittwochabend deutlich mehr als 50 neue Hinweise ein.
Einige dieser Hinweise stammten laut den Ermittlern aus dem damaligen unmittelbaren Umfeld des Opfers. „Es deutet sich an, dass es bei Zeugen möglicherweise Loyalitätsverschiebungen gegeben hat und nunmehr Bereitschaft besteht, weitere Aussagen zu tätigen“, erklärte ein Sprecher der Frankfurter Behörde. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurden zunächst keine weiteren Details zu den Aussagen genannt.
Ungeklärter Dreifachmord auf Finca bei S’Aranjassa
Der aus Frankfurt stammende Gastronom Manfred Meisel, sein achtjähriger Sohn Patrick sowie die Tierpflegerin Claudia Leisten waren in der Nacht zum 12. November 1997 auf Meisels Anwesen im mallorquinischen S’Aranjassa erschossen worden. Die Täterschaft handelte nach Behördenangaben gezielt und professionell. Meisels Lebensgefährtin hielt sich zu dieser Zeit in Deutschland auf und überlebte die Tat.
Obwohl vor der aktuellen Sendung mit Rudi Cerne bereits über 300 Zeugenhinweise registriert worden waren, verliefen frühere Spuren stets im Sande, wie Dominik Mies von der Staatsanwaltschaft erläuterte. Da Meisel deutscher Staatsbürger war und vor seiner Auswanderung unter anderem die Frankfurter Traditionsgaststätte „Struwwelpeter“ geführt hatte, ermittelt die dortige Justiz seit der Tat parallel zu den spanischen Behörden.
Verschiedene Tatmotive im Fokus der Ermittler
Rund um die Tat kursieren seit Jahrzehnten mehrere Theorien. Mit dem „Bierkönig“ in der Schinkenstraße an der Playa de Palma hatte Meisel ein florierendes Lokal etabliert. Nach Berichten der „Mallorca Zeitung“ galt der Gastronom als geschäftlich kompromisslos, was zu Feindschaften geführt haben könnte.
Als ein weiterer denkbarer Hintergrund gilt das Umfeld des illegalen Vogelhandels. Meisel betrieb auf seiner Finca eine wertvolle Zucht von Papageien, was bereits damals Spekulationen über Verflechtungen mit einer sogenannten Papageien-Mafia nährte. Die Ermittler prüfen nun, ob die neu eingegangenen Hinweise nach Jahrzehnten den entscheidenden Durchbruch bringen. (jag)
