Zusammen mit seinem Partner bei Seals & Crofts war Dash Crofts stilprägend für den Soft-Rock der 1970er Jahre. Jetzt verstarb der Künstler.
„Summer Breeze“Trauer um legendären Rock-Sänger

Jim Seals und Dash Crofts wurden in den 1970er Jahren als Seals & Crofts zu Superstars. Später kam es gelegentlich zu einer Reunion. (Archivbild von 1989)
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Der Musiker Dash Crofts, eine Hälfte des Duos Seals & Crofts, ist am Mittwoch (25. März) im Alter von 87 Jahren in einer Klinik in Austin (Texas) gestorben. Seine Tochter Lua Crofts Faragher nannte Herzversagen als Todesursache. Sein musikalischer Partner Jim Seals war bereits 2022 gestorben.
Seals & Crofts prägten den Softrock der 1970er Jahre maßgeblich. Typisch für ihren Sound waren dichte Harmoniestimmen, Akustikgitarren sowie soulige, leicht jazzige Grooves. Zu ihren bekanntesten Titeln zählen „Summer Breeze“, „Diamond Girl“ und „Get Closer“.
Seals & Crofts: Softrock-Duo der 70er prägte ein ganzes Genre
„Summer Breeze“ erreichte Platz 6 der US-Charts, wurde für einen Grammy nominiert und verhalf dem gleichnamigen Album zu Doppelplatin. Auf Spotify kommt der Song auf mehr als 320 Millionen Streams und wurde unter anderem von den Isley Brothers und Type O Negative gecovert, wie die „Los Angeles Times“ berichtet.
Sämtliche fünf Studioalben des Duos zwischen 1972 und 1976 erhielten Gold- oder Platinauszeichnungen, eine „Greatest Hits“-Zusammenstellung sogar Doppel-Platin. Insgesamt verkauften Seals & Crofts allein in den USA über sechs Millionen Alben.
Erfolg in den USA: „Summer Breeze“ wird Millionenhit
Darrell George Crofts wurde am 14. August 1938 in Cisco (Texas) geboren, wo sein Vater als Rinderzüchter arbeitete. Von seiner Mutter erhielt er den Spitznamen „Dash“. Bereits als Jugendlicher lernte er Jim Seals kennen. In den späten 1950er-Jahren gingen beide nach Kalifornien, um musikalisch Fuß zu fassen. Dort stiegen sie bei der Band The Champs ein, die kurz zuvor mit „Tequila“ einen Nummer-eins-Hit gelandet hatte.
Bis Mitte der 1960er Jahre blieben sie Teil der Formation, der zeitweise auch Glen Campbell angehörte, bevor sie 1969 ihre erste Platte als Seals & Crofts veröffentlichten. In dieser Zeit bekannten sich beide zum Bahai-Glauben.
Streit um „Unborn Child“: Song gegen Abtreibung sorgt für heftige Kritik
Eine große Debatte löste das Duo 1974 mit dem Song „Unborn Child“ aus. Das Lied, das sich gegen Schwangerschaftsabbrüche positionierte, erschien kurz nach dem Grundsatzurteil Roe v. Wade und stieß auf erhebliche Kritik.
Seals erklärte in einem späteren Interview, man habe mit dem Stück lediglich eine Frage aufwerfen und die Besonderheit des Lebens betonen wollen. Hätten sie geahnt, dass der Song „eine solche Uneinigkeit verursachen würde“, wäre die Veröffentlichung womöglich überdacht worden.
Die Zusammenarbeit von Seals & Crofts endete etwa 1980, für Konzerte kamen sie später jedoch wieder zusammen. 2004 brachten sie mit „Traces“ ein weiteres gemeinsames Album heraus. Zu den Hinterbliebenen von Crofts zählen seine Frau Louise, die Töchter Lua und Amelia Crofts Starkweather sowie sein Sohn Faizi.

