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Tragisches SchicksalDieser „Dirty Dancing“-Star starb einsam mit nur 32 Jahren

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Cynthia Rhodes (l.), Jennifer Grey (M.) und Patrick Swayze (r.) in einer Szene aus dem Kultfilm „Dirty Dancing“.

Der Film „Dirty Dancing“ mit Cynthia Rhodes (l.), Jennifer Grey (M.) und Patrick Swayze (r.) ist ein Kultklassiker. Das tragische Schicksal eines anderen Schauspielers aus dem Film ist jedoch weniger bekannt. (Archivbild)

Max Cantor spielte den Schnösel Robbie in „Dirty Dancing“. Sein Leben endete nur wenige Jahre später auf tragische Weise.

In „Dirty Dancing“ verkörperte Max Cantor eine der unsympathischsten Figuren des Films: den Kellner Robbie, der Penny schwängert und Baby tief enttäuscht. Während der Tanzfilm zum zeitlosen Klassiker wurde, nahm das Leben des Darstellers Max Cantor eine ganz andere Wendung. Der Schauspieler geriet in den Jahren nach dem Erfolg zunehmend in persönliche Schwierigkeiten.

Recherche zu einem Mordfall wurde für Max Cantor zur Todesfalle

Der Vater von Max Cantor war Arthur Cantor († 2001), einer der bekanntesten Broadway-Produzenten seiner Ära. Der Theaterproduzent wirkte an über 100 Produktionen mit, zu denen Erfolgsstücke wie „On Golden Pond“, „The Tenth Man“ und „Private Lives“ mit Maggie Smith zählten.

Somit wuchs Cantor im Zentrum der Theaterszene von New York auf und begleitete seinen Vater auch auf Dienstreisen nach London. Später trat er selbst auf der Bühne auf, beispielsweise im Musical „Doonesbury“.

Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler wurde Max Cantor auch als sehr intelligent und neugierig beschrieben. Nachdem seine Karriere in der Schauspielerei nach einigen kleineren Rollen ins Stocken geraten war, fasste er den Entschluss, als Journalist tätig zu werden.

Max Cantor verfällt dem Heroin

Er hatte das Ziel, die verborgenen und düsteren Aspekte von New York aufzudecken. Seine Nachforschungen brachten ihn in die Drogenszene des East Village, ein Milieu, das ihn immer stärker in seinen Bann zog. In diesem Umfeld verlor Max Cantor schließlich die Kontrolle.

Am 3. Oktober 1991 kam es zur Tragödie: Polizisten und Polizistinnen entdeckten einen leblosen jungen Mann in seinem Apartment im Stadtteil Chelsea in New York. Als Todesursache wurde eine Überdosis Heroin festgestellt. Es wurde bald klar, dass es sich bei dem Verstorbenen um Max Cantor handelte, der nur vier Jahre zuvor in „Dirty Dancing“ mitgewirkt hatte. 

Recherchen um Mörder Daniel Rakowitz werden Schauspieler zum Verhängnis

Ein besonders makabrer Umstand ist, dass Cantor zum Zeitpunkt seines Todes an einer Reportage über den Fall Daniel Rakowitz arbeitete. Dem bekannten Exzentriker aus dem East Village in New York wurde zur Last gelegt, im Jahr 1989 seine Mitbewohnerin Monika Beerle ermordet, zerstückelt und Teile ihres Körpers in einer Suppe verarbeitet zu haben.

Diese Suppe soll er anschließend im Tompkins Square Park an obdachlose Menschen verteilt haben. Rakowitz wurde später wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen und verbringt sein Leben seither in der geschlossenen Psychiatrie einer Hochsicherheitseinrichtung auf Wards Island.

Für seine Recherche führte Cantor viele Interviews und beabsichtigte, die Hintergründe der schrecklichen Tat von Rakowitz detailliert zu dokumentieren. Tragischerweise kam Max Cantor genau in diesem Umfeld zum ersten Mal mit Heroin in Kontakt. Seine Sucht entwickelte sich schnell und wurde so stark, dass er die Arbeit an seiner Reportage vor seinem Tod nicht mehr beenden konnte.

Von dem geplanten Enthüllungsbuch über den Kannibalismus-Mord blieben letztlich nur hunderte Seiten an Notizen in seiner Wohnung übrig. Andere Journalisten und Journalistinnen übernahmen sein Vermächtnis und publizierten die Rechercheergebnisse in der bekannten Wochenzeitung „Village Voice“.