Der langjährige Sänger der Kultband Dschinghis Khan, Wolfgang Heichel, ist überraschend gestorben. Dies teilte seine Familie mit.
Trauer um Kult-FrontmannLegendärer Sänger von Dschinghis Khan ist tot

Die Gruppe Dschinghis Khan in den 1980er-Jahren: Wolfgang Heichel, Henriette Strobel, Edina Pop und Leslie Mandoki. (Archivbild)
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Wolfgang Heichel, Gründungsmitglied und Original-Frontmann der Schlager- und Popgruppe Dschinghis Khan, ist tot. Das Management bestätigte, dass Heichel bereits am 20. Januar 2026 im Alter von 75 Jahren „unerwartet“ in seinem Zuhause verstorben ist.
Wolfgang Heichel: Mit Dschinghis Khan beim Eurovision Song Contest 1979
Heichel gehörte 1979 zur ersten Besetzung von Dschinghis Khan, dem von Produzent Ralph Siegel ins Leben gerufenen Projekt, das beim Eurovision Song Contest mit dem Titel „Dschinghis Khan“ für Deutschland antrat und Platz vier erreichte. Im Anschluss folgte eine Reihe internationaler Erfolge. Vor allem „Moskau“ wurde zum Dauerbrenner, der bis heute international gespielt wird und immer wieder in die Charts zurückkehrt.
Internationale Erfolge mit „Moskau“ und „Rom“
Auch Titel wie „Hadschi Halef Omar“, „Rom“, „Pistolero“ und „Loreley“ erzielten insbesondere in Europa und Japan hohe Platzierungen. Die Gruppe blieb dabei ihrem opulenten, folkloristisch geprägten Disco-Sound treu. Ab 1982 ließ der große kommerzielle Erfolg jedoch spürbar nach. 1985 wurde die Band vorübergehend aufgelöst.

Dschinghis Khan bei einem Auftritt in der „ZDF-Hitparade“ 1982. Wolfgang Heichel, Edina Pop, Leslie Mandoki, Henriette Strobel und Louis Potgieter. (Archivbild)
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Nach der Auflösung von Dschinghis Khan beteiligte sich Heichel 1986 als Mitglied der Gruppe „That’s Life“ an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Mit dem Titel „Telefon“ landete die Formation, zu der auch Gabriele zu Leiningen gehörte, jedoch auf dem letzten Platz. Kurz darauf wurde das Projekt wieder beendet.
Nach der Reunion der Originalbesetzung von Dschinghis Khan 2005 trat er bis 2014 wieder gemeinsam mit Edina Pop und Henriette Strobel auf, bevor er sich aus dieser Formation zurückzog. Neben Deutschland stand die Gruppe in dieser Phase vor allem in Russland, China und weiteren osteuropäischen Ländern regelmäßig auf der Bühne, wo ihre Hits bis heute Kultstatus genießen.
Ab 2018 stand er erneut mit eigenen Formationen, die unter dem Namen „Dschinghis Khan“ auftraten, auf der Bühne. Neben seiner Bühnenkarriere arbeitete Heichel später auch als Produzent und Komponist.
Wolfgang Heichel wurde in der Mongolei geehrt
Auf Instagram wurde ein Nachruf auf Heichel veröffentlicht. Die Bildüberschrift lautet „The Conqueror in Music“, darunter steht: „Wolfgang Heichel – Original Lead Singer of Dschinghis Khan“. Im Begleittext heißt es, der „Khan von Dschinghis Khan“ habe an die Himmelstür geklopft und sei eingetreten – in seiner Musik aber lebe er weiter.
Besonders enge Verbindungen pflegte Heichel demnach zur Mongolei. Für seinen langjährigen Einsatz zur Förderung des internationalen Verständnisses und der mongolischen Kultur wurde er dort offiziell geehrt: Das Außenministerium ernannte ihn zum Kulturbotschafter des Landes. Zudem verlieh ihm der mongolische Präsident die „Medal of Friendship“, die höchste Auszeichnung, die die Mongolei an ausländische Staatsbürger vergibt.

