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Eurovision Song ContestErstes Halbfinale ESC 2026 – diese drei Länder gelten als Favoriten

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Linda Lampenius und Pete Parkkonen, die Finnland beim ESC vertreten, stehen bei der Eröffnungszeremonie zum Eurovision Song Contest (ESC) 2026.

Linda Lampenius und Pete Parkkonen, die Finnland beim ESC vertreten, stehen bei der Eröffnungszeremonie zum Eurovision Song Contest (ESC) 2026. Das Duo aus dem Hohen Norden führt seit Wochen die Wettquoten an.

15 Länder kämpfen am Dienstag beim ESC-Halbfinale in Wien ums Finale. Alle Infos zu Favoriten, Übertragung und Songs im Überblick.

Am Dienstagabend kämpfen 15 Nationen um die ersten zehn begehrten Plätze für das große Finale am Samstag. In Wien wird sich entscheiden, welche Acts die internationale Jury und das Publikum am meisten überzeugen.

ESC 2026: Worauf dürfen wir uns im ersten Halbfinale freuen?

Das erste Halbfinale wird mit einem Kurzfilm namens „70 Years of Love“ eingeleitet, der die Geschichte eines Paares über sieben Jahrzehnte Eurovision-Historie hinweg erzählt. Direkt im Anschluss übernimmt ein 70-köpfiger Chor die Bühne und präsentiert eine Hommage an „L’amour est bleu“ – einen der bekanntesten ESC-Klassiker, der bereits 1967 beim ersten Gastspiel in Wien eine zentrale Rolle spielte. Präsentiert wird das Chanson natürlich von Vicky Leandros. Für die Sängerin schließt sich damit ein Kreis, da sie genau diesen Song bereits 1967 als 15-Jährige beim damaligen Grand Prix in Wien performte.

Zum Einstimmen gibt es auf YouTube auch eine lange Version mit allen Siegerinnen und Siegern von 1956 bis 2025.

In den Pausen zwischen den Auftritten und dem Voting wird es humorvoll: Die Moderatoren Victoria Swarovski und Michael Ostrowski präsentieren die Musiknummer „Kangaroo“. In dieser Performance erklären sie, wie man Österreich endlich von Australien unterscheiden kann. Unterstützung erhalten sie dabei von Go-Jo, der Australien im Jahr 2025 vertreten hat. Den artistischen Höhepunkt des Abends bildet eine Show der Akrobatikgruppe „Zurcaroh“, die das Publikum vor der Verkündung der Ergebnisse noch einmal mit einer spektakulären Choreografie fesseln will.


Eurovision Song Contest 2026: Das sind die drei Favoriten im ersten Semifinale

Finnland: Linda Lampenius x Pete Parkkonen – „Liekinheitin“

Finnland geht als klarer Favorit der Buchmacher in das erste Halbfinale, mit einer geschätzten Siegchance von rund 35%. Auch im Finale liegt das Land, das 2006 mit den Metal-Monstern von Lordi den Sieg holte, seit Wochen weit vorne. Die Inszenierung lehnt sich eng an den finnischen Vorentscheid an, inklusive der Kostüme von Teemu Muurimäki: Linda Lampenius tritt in einem silbernen, mit Strass verzierten Outfit auf, während Pete Parkkonen ein schwarzes Seidenchiffonhemd trägt.

Eine Besonderheit ist die Ausnahmegenehmigung der EBU, die es Lampenius erlaubt, ihre Violine live auf der Bühne zu spielen, da dies in diesem Jahr bei künstlerischer Begründung gestattet ist. Der Song kombiniert diese klassischen Elemente mit einer hochenergetischen Rock-Produktion und viel Pyrotechnik.

Griechenland: Akylas – „Ferto“

Griechenland schickt mit Akylas einen Act nach Wien, der musikalisch wie inhaltlich aus der Reihe tanzt: Sein Song „Ferto“ mixt moderne Trap-Beats mit Hyper-Techno und traditioneller griechischer Folklore. Hinter der lauten Fassade steckt eine persönliche Geschichte, denn Akylas verarbeitet darin seine Erfahrungen mit Armut und Konsumwahn – Themen, die er während seiner Zeit als Kellner und Angestellter auf Kreuzfahrtschiffen hautnah miterlebt hat.

Besonders emotional: Der Song ist auch eine Hommage an seine Mutter, die zeitweise im Ausland arbeitete, um Familienschulden zu begleichen. Die Inszenierung in der Wiener Stadthalle ist als „Fiebertraum eines 90er-Jahre-Kinds“ konzipiert, inklusive eines riesigen, rotierenden Bühnenteils mit verschiedenen Themenräumen und Gaming-Animationen. Trotz des bunten Looks bleibt die Botschaft kritisch, was „Ferto“ zu einem der tiefgründigsten Beiträge des ersten Halbfinales macht.

Schweden: Felicia – „My System“

Schweden mischt wie gewohnt ganz vorne mit – kein Wunder, denn „My System“ hielt sich satte zehn Wochen an der Spitze der heimischen Charts. Musikalisch ist die Nummer allerdings eine echte Überraschung: Statt klassischem Pop gibt es harten Industrial-Techno und kühle Dark-Electro-Vibes.

Absoluter Blickfang ist Felicias markante Maske, die laut eigener Aussage als Schutzschild gegen ihre sozialen Ängste dienen und ihr auf der ESC-Bühne Sicherheit geben soll. In Wien wird das Ganze mit einer unterkühlten Optik inszeniert: Viel Metall-Ästhetik, Stroboskop-Gewitter und eine reduzierte Farbpalette passen perfekt zum technoiden Sound. Erst ganz am Ende folgt ein symbolischer Moment, wenn sie die Maske gegen eine große Sonnenbrille tauscht.

Überraschung: Weltstar und 80er-Ikone Boy George tritt für San Marino an

San Marino setzt dieses Jahr auf geballte Erfahrung und schickt die ESC-Veteranin Senhit zusammen mit der britischen Musik-Ikone Boy George nach Wien. Ihr gemeinsamer Song heißt „Superstar“.


Teilnehmer des ersten Eurovision-Halbfinales (12. Mai 2026)

  1. Moldau: Satoshi – „Viva, Moldova!“
  2. Schweden: Felicia – „My System“
  3. Kroatien: Lelek – „Andromeda“
  4. Griechenland: Akylas – „Ferto“
  5. Portugal: Bandidos do Cante – „Rosa“
  6. Georgien: Bzikebi – „On Replay“
  7. Finnland: Linda Lampenius x Pete Parkkonen – „Liekinheitin“
  8. Montenegro: Tamara Živković – „Nova Zora“
  9. Estland: Vanilla Ninja – „Too Epic To Be True“
  10. Israel: Noam Bettan – „Michelle“
  11. Belgien: Essyla – „Dancing On The Ice“
  12. Litauen: Lion Ceccah – „Sólo Quiero Más“
  13. San Marino: Senhit feat. Boy George – „Superstar“
  14. Polen: Alicja – „Pray“
  15. Serbien: Lavina – „Kraj mene“

Deutschland und Italien außer Konkurrenz

Obwohl sie bereits fest für das Finale am 16. Mai qualifiziert sind, werden auch zwei der „Big Five“ ihre Songs im Rahmen des ersten Halbfinales präsentieren.

  1. Italien: Sal Da Vinci tritt mit „Per sempre sì“ zwischen Georgien und Finnland auf.
  2. Deutschland: Sarah Engels präsentiert ihren Song „Fire“ nach dem Auftritt Israels.

Wer sich schon vorher einstimmen will, findet alle Songs des Eurovision Song Contests in der offiziellen ESC-2026-Playlist bei Spotify.


ESC 2026 im TV und Stream: Wo kann man das erste Halbfinale sehen?

Die Live-Show beginnt heute um 21 Uhr und wird in Deutschland auf dem TV-Sender ONE sowie im Livestream der ARD Mediathek und auf „eurovision.de“ übertragen. Zudem ist der Stream erstmals auch über die Plattform Joyn verfügbar. International kann das Halbfinale wie gewohnt über den offiziellen YouTube-Kanal des Eurovision Song Contests verfolgt werden.


ESC 2026: Wann startet Deutschland und wer tritt für uns an?

Deutschland ist als Teil der „Big Five“ automatisch für das Finale des „Eurovision Song Contest“ 2026 qualifiziert. Das Finale findet am Samstag, dem 16. Mai 2026, um 21.00 Uhr in der Wiener Stadthalle in Wien statt. Unser Land wird durch die Sängerin Sarah Engels mit ihrer Empowerment-Hymne „Fire“ vertreten.

Abstimmungsmöglichkeiten für Deutschland:

Erstes Halbfinale: Im ersten Halbfinale am 12. Mai 2026 ist Deutschland stimmberechtigt. Zuschauer aus Deutschland können per Telefon, SMS oder online für ihre Favoriten abstimmen.

Zweites Halbfinale: Im zweiten Halbfinale am 14. Mai 2026 ist Deutschland nicht stimmberechtigt.

Finale: Im Finale am 16. Mai 2026 haben deutsche Zuschauer ebenfalls die Möglichkeit, per Telefon, SMS oder online abzustimmen. Die genauen Telefonnummern und Anleitungen werden während der Live-Übertragungen bekannt gegeben.

Übertragungen:

Halbfinale: Beide Halbfinale werden live auf dem TV-Sender ONE sowie im Livestream der ARD Mediathek und auf „eurovision.de“ übertragen.

Finale: Das Finale wird live im Ersten (ARD) sowie online in der ARD Mediathek übertragen. Zusätzlich ist der Stream über die Plattform Joyn verfügbar.